Hurra, ich schreibe ein E-Book

By Karin Cvrtila

Juli 26, 2018


Also nein, ich schreibe kein Buch, zumindest nicht jetzt 🙂 Aber, wenn wir über digitale Produkte sprechen, dann fallen in Gesprächen neben Onlinekursen meist sehr schnell E-Books als Beispiel dazu.

Gründe ein E-Book schreiben zu wollen

Die Frage ist: wollen Sie ein Buch schreiben? Es gibt viele sehr gute Gründe ein Buch zu schreiben, ob dieses dann analog, digital oder in beiden Formaten erscheint, ist eine andere Entscheidung.

Wenn Sie ein Buch schreiben wollen, dann wird es sich vermutlich um ein Sach-/Fachbuch handeln. Und natürlich könnten Sie damit Ihre Reputation als Experte erhöhen. Ich meine, seien wir ehrlich, wer von uns würde nicht gerne einmal sagen „übrigens habe ich ein Buch zum Thema xy geschrieben“ – klingt doch gut, oder?

Aber: wenn Sie gerade erst online starten, dann rate ich Ihnen davon ab, gleich ein Buch schreiben zu wollen und dieses dann als E-Book zu veröffentlichen. Außer Sie sind Autor!

Warum? Es gibt ehrlicherweise viele andere Formate, die sich digital verkaufen lassen, und einiges mehr an Geld in die Kasse spülen als ein E-Book. Und wenn wir wieder ehrlich sein wollen, dann ist es leider so, dass nicht jedes Buch ein Bestseller wird, sich millionenfach verkauft und daraus auch noch ein Film entsteht.

Dennoch könnten Sie überlegen in Ihrem Fachgebiet ein Buch zu verfassen, um Ihre Positionierung als Experte auf einem bestimmten Gebiet zu erhöhen. Dieses zu veröffentlichen ist so leicht wie noch nie: Sie können nämlich alles selber machen, angefangen vom Buch schreiben bis zur Veröffentlichung und Vermarktung.

Wie setzt man ein E-Book technisch um?

E-Books sind ja die digitale Variante von Büchern wie wir sie kennen. Man kann E-Books entweder per Tablet/Bildschirm oder per einem speziellen E-Book Reader lesen. Ich würde an Ihrer Stelle nicht einmal darüber nachdenken, ob Sie ein E-Book am Smartphone lesen wollen – für manche Dinge ist der praktische Allround-Helfer, dann doch zu klein.

Nun gibt es im Grunde zwei weit verbreitete E-Book Reader mit zwei unterschiedlichen Formaten: der Kindle-Reader von Amazon oder Tolino. Das heißt jedoch im Umkehrschluß, dass Sie abhängig sind von einer dieser zwei Plattformen.

Sie schreiben also Ihr Buch in irgendeinem Format und können dieses nach Fertigstellung in ein Format (EBUP, .AZW, MOBI, PDF) speichern, dass entweder per Kindle oder per Tolino gelesen werden kann.

Das Schreiben selbst erledigen Sie übrigens nicht in Word 😉 Warum nicht? Weil Word immer Formatierungen mitspeichert, die Ihnen die Umwandlung oder das Einfügen in andere Programme und somit Formate immer erschwert. Auch die Blogbeiträge auf dieser Seite werden nie in Word geschrieben.

Es gibt einige Apps und Programme, die jedoch ein formatfreies Schreiben erlauben und speziell für Vielschreiber wie Autoren oder Journalisten gedacht sind. Eines davon wäre Scrivener, das dazu auch noch eine sehr gute Gliederung der Inhalte/Kapitel und ablenkungsfreies Schreiben ermöglicht. Auch wenn Sie einen Blog schreiben, so sehen Sie sich das Programm ruhig mal an.

Dann benötigen Sie auch noch ein Titelbild für Ihr Buch. Wenn Sie grafisch geschickt sind, dann können Sie natürlich selbst eines erstellen. Wenn nicht, dann wird das wohl eine Aufgabe für einen Grafikdesigner sein.

Nicht zuletzt benötigen Sie auch ein Lektorat, d.h. jemanden, der Ihr Buch sorgfältig korrigiert! Auf diesen Schritt wird gerne verzichtet, aber stellen Sie sich vor Sie schreiben, sagen wir mal, 500 Seiten. Glauben Sie tatsächlich, dass Ihnen kein Fehler unterlaufen wird? Also sparen Sie nicht beim Lektorat.

E-Book veröffentlichen

Sie haben also ein Buch geschrieben und wollen dieses nun veröffentlichen. Dies kann grundlegend in zwei Varianten erfolgen:

  1. Mit Hilfe eines Verlages: Sie suchen sich einen Verlag, schicken diesem Ihr Manuskript zu und hoffen darauf, dass Ihr Buch veröffentlicht wird. Der Verlag übernimmt dankenswerterweise auch die Vermarktung Ihres Buches. Dafür erhält der Verlag einen gewissen Prozentsatz von den Erlösen.
  2. Veröffentlichung im Selbst-Verlag: jeder von uns kann heute ein Buch im Selbstverlag veröffentllichen. D.h. Sie stellen Ihr Buch z.B. auf Amazon zum Verkauf und das war es auch schon. Vor allem, wenn Sie Ihr Werk als E-Book verkaufen wollen. Aber: die Vermarktung müssen Sie selbst übernehmen. Sie erhalten den Verkaufspreis abzüglich einer kleinen Gebühr an Amazon oder eine andere Plattform.

Vor allem die Selbstveröffentlichung macht es für jeden einfach ein Buch zu schreiben und zu veröffentlichen. Auch früher war es möglich Bücher im Selbstverlag zu veröffentlichen, jedoch zu nicht unerheblichen Kosten. Als E-Book geht das um einiges schneller, einfacher und kostengünstiger.

Ein paar Warnungen zur Selbstvermarktung eines E-Books

Dennoch muss ich einige Warnungen aussprechen, da aus meiner Sicht der Büchermarkt von selbstvermarkteten E-Books geradezu überschwemmt wird und es zunehmend schwieriger wird, sein eigenes Buch zu vermarkten.

Oft wird die Vermarktung nämlich, dies gilt übrigens auch für viele andere digitale und auch analoge Produkte, unterschätzt. Nur: es ist nicht damit getan, dass Sie einfach drauflos schreiben, Stunden, Wochen und Monate damit verbringen Ihr Buch zu schreiben und dann liest es niemand, weil es in der Fülle an E-Books untergeht. Sie müssen dafür sorgen, dass Ihr Buch bekannt und schlußendlich gekauft wird.

Ein E-Book ist auch nicht gleich ein E-Book aus meiner Sicht. Ich plädiere zwar dafür sich knapp und klar auszudrücken, dennoch ein 20-seitiges pdf, geschrieben in Schriftgröße 48 bleibt ein 20-seitiges pdf und wird nicht automatisch zum E-Book. Sie werden aber auf jede Menge „E-Books“ stoßen, die genau über diese Länge und Schriftgröße verfügen. Das ist natürlich nicht hilfreich, um die eigene Reputation als Experte zu erhöhen.

Nicht zuletzt übernehmen Verlage die Funktion eine Vorauswahl zu treffen. Und das ist meiner Meinung nach der entscheidende Punkt. Wenn ein Verlag zusagt, Ihr Buch verlegen zu wollen, dann geschieht das aufgrund einer Expertise und einer Einschätzung, ob sich das Buch auch verkaufen wird. Darüber hinaus erhalten Sie Unterstützung hinsichtlich Lektorat und Vermarktung.

Letztlich ist es so, dass ein Buch, veröffentlich durch einen Verlag, doch wertiger erscheint, weil es professioneller verlegt wurde. Und Sie wollen doch professionell auftreten, oder?

Deshalb wäre meine Empfehlung: überlegen Sie genau, ob Sie nicht doch ein Buch ganz herkömmlich über einen Verlag veröffentlichen möchten. Das könnte im Übrigen auch als E-Book erfolgen.

Fazit

Wenn Sie ein Buch schreiben wollen, dann überlegen Sie sehr gut, ob Sie dieses tatsächlich im Selbstverlag als E-Book oder bei einem herkömmlichen Verlag veröffentlichen. Vieles spricht für die letzte Variante.

Und ein letzter Tipp: wenn Sie doch ein 20-seitiges pdf produzieren möchten, dann freuen sich Ihre Blog-LeserInnen oder Newsletter-AbonnentInnen vielleicht auch darüber und zwar ohne, dass es gleich E-Book heißt 🙂

Herzlichst, Ihre

Karin Cvrtila

PS Ich selbst habe übrigens eine ganz spezielle Liebe zu Büchern: auch wenn ich immer „online“ predige, Bücher lese ich weiterhin am liebsten analog (und kaufe diese übrigens bei meiner Lieblingsbuchhandlung gleich ums Eck)! 🙂 Mittlerweile gehe ich dazu über Belletristik weiterhin als Bücher in Papierform zu lesen und Fachbücher (aus Platzgründen) zunehmend digital. Ich besitze auch einen E-Reader, der allerdings im Bücherregal darauf wartet, abgestaubt zu werden. Lesen tue ich dann nämlich am iPad oder eben ganz gemütlich auf der Couch mit einem „echten“ Buch in der Hand – jeder hat so seine Gewohnheiten 😉

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