Ideen sammeln für Ihren Unternehmensblog und Ihren Redaktionsplan

By Karin Cvrtila

April 19, 2018


Im letzten Beitrag ging es um 6 Mythen keinen Unternehmensblog zu starten. Ich habe darauf einige Reaktionen erhalten, wonach es sich keineswegs um Mythen handeln würde. Die Hauptargumente waren „ich habe wirklich keine Inhalte“ und „ich habe echt keine Zeit auch noch einen Unternehmensblog zu betreiben“.

Beide Argumente hängen zusammen: Wenn Sie sich tagelang ein Thema überlegen müssen, dann kann das zeitaufwendig sein. Das glaube ich Ihnen sofort.

Warum soll ich einen Redaktionsplan erstellen?

Es gibt aber eine Lösung: arbeiten Sie mit einem Redaktionsplan. Zeitungen und Zeitschriften schreiben nicht einfach drauf los, sondern es gibt selbstverständlich einen Plan, der in Redaktionssitzungen erstellt wird. Da werden Themen und Inhalte gesammelt, nach Wichtigkeit gewichtet und schließlich entschieden, welche Themen es auch tatsächlich in das jeweilige Blatt schaffen. Zeitschriften, aber auch Zeitungen, haben einen längerfristigen Plan für Schwerpunktthemen. Die täglichen oder wöchentlichen Themen ergeben sich aus den aktuellen Tagesgeschehnissen.

Ähnlich sollten Sie bei Ihrem Redaktionsplan vorgehen. Sie starten mit dem sammeln von Ideen zu unterschiedlichen Themen Ihres Unternehmens. Natürlich werden Sie für Ihren Redaktionsplan nicht so viel Zeit benötigen wie herkömmliche Medien. Dennoch sollten Sie hier Zeit aufwenden, damit das Blog schreiben in weiterer Folge leichter und schneller geht, weil Sie bereits wissen worüber Sie schreiben werden. Der größte Vorteil eines Redaktionsplans liegt nämlich darin, dass Sie sich nicht jedes Mal aufs Neue überlegen müssen, was Sie schreiben sollen und grübelnd vor dem leeren weißen Blatt bzw. Bildschirm sitzen.

Den Redaktionsplan machen Sie immer für ein paar Monate im Voraus und nicht oder nur sehr grob für das gesamte Jahr. Ich schlage vor, dass Sie einen Redaktionsplan immer für das nächste Quartal erstellen. Aber machen Sie Ihren Redaktionsplan auf einmal, d.h. an einem Tag, und nicht zeitversetzt. Mit der Zeit werden Sie auch gar nicht einen ganzen Tag dazu benötigen. Studien haben nämlich ergeben, dass wenn Sie ähnliche Aufgaben auf einmal erledigen, z.B. alle Telefonate, die Sie zu führen haben oder eben einen Redaktionsplan zu erstellen, dies schneller geht, weil unser Gehirn in eine Art „Flow“ kommt. Deswegen soll man ähnliche Aufgaben immer bündeln. Ich weiß schon, das gelingt nicht immer im Alltag, jedoch sehr gut bei der Redaktionsplanerstellung.

Dieser Redaktionsplan muss natürlich nicht in Stein gemeißelt sein, Sie können Ihre Inhalte ja gegebenenfalls immer aktuell anpassen. Wir haben jedoch bereits letzte Woche besprochen, dass Sie nicht ziellos Blogbeiträge zu irgendwelchen Inhalten veröffentlichen sollen, sondern eine Content-Strategie benötigen. Diese lässt sich schließlich anhand eines Redaktionsplans umsetzen.

Jetzt werden sich vielleicht manche denken“ jetzt will sie auch noch, dass ich einen Redaktionsplan erstelle, na dafür habe ich aber wirklich keine Zeit“. Verstehe ich auch, deswegen fangen wir mit kleinen Schritten an.

Der erste Schritt zu Ihrem Redaktionsplan

Kategorien überlegen

In einem ersten Schritt überlegen Sie sich Kategorien, also Themengebiete, zu denen Sie Blogbeiträge verfassen möchten. Diese Kategorien sollen selbstverständlich zu Ihrem Unternehmen passen. Sie sehen sicher häufig bei Blogs, wie auch bei diesem, dass es Beiträge zu unterschiedlichen Kategorien gibt. Diese sollen vorrangig den Sinn haben, dass die LeserInnen sich beim Blog besser zurechtfinden und werden meist erst in einem zweiten Schritt verfasst.

Bei der Erstellung Ihres Redaktionsplans gehen Sie von vorläufigen Kategorien aus, um in einen Ideenfluss zu kommen. Dies gelingt meist am besten, indem Sie Fragen stellen. Sie gehen zu allererst von Ihren künftigen LeserInnen aus, dann von sich und Ihrem Unternehmen.

Wenn Sie bereits einen Unternehmensblog betreiben, dann fragen Sie doch Ihre LeserInnen an welchen Inhalten und Themen sie interessiert sind oder schauen Sie nach, welche Blogbeiträge am meisten gelesen werden.

Hilfreiche Kategorien bzw. Fragen könnten sein:

  • Welche Fragen stellen Ihnen Ihre Kunden am häufigsten?
  • Was interessiert Ihre Kunden? Warum kommen diese zu Ihnen?
  • Was sind die Herausforderungen Ihrer Kunden bzw. LeserInnen?
  • Welche Informationen könnten für Ihre LeserInnen hilfreich sein?
  • Mit welchen Themen im Unternehmen beschäftigen Sie sich? Was sind genau Ihre Themen?
  • Welche Produkte oder Services bieten Sie an?
  • Welches Wissen benötigen Ihre Kunden bevor Sie ein Produkt oder Leistung bei Ihnen erwerben?
  • Welche Neuigkeiten gibt es in Ihrem Unternehmen – aber bitte nur Neuigkeiten, die auch für Ihre LeserInnen von Interesse sind
  • Welche Herausforderungen haben Sie und wie haben Sie diese gemeistert?
  • Welche Events stehen in nächster Zeit in Ihrem Unternehmen an? Damit sind Produkteinführungen, Messen, Kundenevents etc. gemeint
  • Welche Jahreszeitenevents gibt es allgemein? Von Weihnachten bis zur Urlaubszeit
  • Gibt es spezielle „Feiertage“ im Jahr für Ihre Branche? Heute wäre z.B. Tag des Fahrrades 😉

Diese Liste lässt sich anhand individueller Fragen ergänzen. Bitte um Vorschläge in den Kommentaren welche Fragen und Kategorien Sie verwenden.

Ideen generieren

Im zweiten Schritt beantworten Sie die oben genannten Fragen und schreiben Themen auf, die zu der jeweiligen Frage oder Kategorie passt.

Das kann ruhig wild durcheinander sein und auch alles, was Ihnen in den Sinn kommt. Ja, auch wenn es Ihnen im ersten Moment unsinnig erscheint, darum kümmern wir uns später. Wichtig ist hier nur, dass Sie Ihren Gedanken freien Lauf lassen und tatsächlich alle Themen aufschreiben.

Sie werden merken, dass Sie hier auch auf Ideen kommen werden, die zu keiner der Fragen oder Kategorien passen. Das macht nichts! Die endgültige Kategorisierung erfolgt erst später. Die Themen müssen und sollen in diesem Schritt noch gar nicht richtig ausformuliert sein. Sammeln Sie einfach stichwortartig alles, was Ihnen einfällt.

Weitere Schritte

Erst in weiteren Schritten bewerten Sie Ihre Ideen, strukturieren diese, gliedern eventuell noch weiter. Und erst zum Schluß entscheiden Sie welche Themen es endgültig in Ihren Redaktionsplan schaffen und erstellen dort einen Zeitplan für die Veröffentlichung.

Tools zum Sammeln von Ideen

Diese Ideenliste führen Sie, auch wenn Sie schon mit Ihrem Unternehmensblog gestartet sind, fortlaufend weiter. Mit der Zeit werden Ihnen immer wieder neue Ideen begegnen: beim Lesen von Medien und anderen Blogs, beim Beschäftigen mit einem neuen Produkt, manchmal auch aus heiterem Himmel.

Ausschlaggebend, damit Sie immer ausreichend Ideen für Ihren Blog haben, ist jedoch, dass Sie Ihre Ideen für Blogbeiträge sofort notieren! Auch wenn Sie der Überzeugung sind, dass die Idee so gut ist, dass Sie diese nie wieder vergessen könnten. Doch, das passiert leider.

Also aufschreiben, aber bitte an einem Platz und nicht auf irgendwelchen herumfliegenden Zetteln, die Sie erst recht wieder nicht finden.

Natürlich können Sie diese Liste auch in einem eigenen Papier-Notizbuch anlegen und immer mit sich führen. Aber haben Sie dieses Papier-Notizbuch tatsächlich immer und überall mit? Können Sie diese Liste jederzeit ergänzen, ohne dass Ihnen der Platz dazu fehlt? Können Sie hier Ideen auch strukturieren?

Deshalb, das wird LeserInnen meines Blogs nun wohl kaum überraschen, führen Sie diese Blog-Ideenliste digital. Dadurch ersparen Sie sich auch Zeit, weil Sie die Liste jederzeit bearbeiten können, unendlich weiterführen und im nächsten Schritt auch leichter strukturieren können. Vorteile von digital erstellten Listen habe ich bereits in einem Beitrag beschrieben.

Klar, Sie könnten jetzt einfach eine Excel-Liste anlegen. Nur, dann liegt diese meist auf Ihrem Stand-PC im Büro oder Home-Office und ist meist nicht überall verfügbar. Am besten Sie wählen ein Tool, das Sie jederzeit mit sich führen, weil unser Gehirn so programmiert ist, dass uns Ideen manchmal an den unmöglichsten Orten und Situationen einfallen. Und was tragen Sie immer mit? Genau, Ihr Smartphone. Also suchen Sie sich ein Tool aus, das über eine App für Ihr Smartphone verfügt oder über den Browser erreichbar ist.

Es gibt spezielle Tools für den Redaktionsplan, aber so weit sind wir noch nicht. Daher empfehle ich Ihnen vorerst Ihre Ideen für den Unternehmensblog in einem Tool zu sammeln, das Sie bereits verwenden. Suchen Sie jetzt daher bitte nicht nach wieder einer tollen neuen App, die Sie nur für diesen Zweck nutzen. Nach Möglichkeit sollten Sie so viele Apps wie nötig und so wenige wie möglich verwenden

Das können Aufgabenlisten oder auch Notizenapps sein, wie ToDoIst, Asana, Trello, Evernote, GoodNotes, einfache Notizenapps, die in Ihrem Smartphone bereits vorhanden sind, aber auch Mindmapping Tools wie Xmind oder Mindmeister, falls Sie mit der Methode vertraut sind oder der visuelle Typ sind. Suchen Sie sich eine App aus und starten Sie mir Ihrer Ideengenerierung!

Fazit

Wenn Sie ausreichend Ideen für Ihren Unternehmensblog auf Vorrat legen, haben Sie weniger Zeitprobleme bei der Erstellung Ihres Blogs. Nehmen Sie sich daher einmal die Zeit, das können auch nur ein paar wenige Stunden sein und schaffen Sie die Grundlage, um erste Ideen zu sammeln. Gehen Sie zu allererst von Kategorien und Fragen aus, das erleichtert die Ideen-Suche. Schlußendlich sollten diese Ideen in einem Redaktionsplan einfließen, der für jeden Blog unerlässlich ist.

Herzlichst, Ihre

Karin Cvrtila

PS Drei mal dürfen Sie raten, ob ich einen Redaktionsplan habe? Ja, klar! Und ob ich mich immer daran halte? Nein, definitiv nicht 😉 Für heute war eigentlich ein anderer Blog-Beitrag geplant, aber Ihre Fragen haben mich dann doch dazu bewogen, den Redaktionsplan umzuschmeißen und lieber eine Antwort zu geben 🙂 Nicht vergessen: Ein Redaktionsplan muss auch flexibel genug sein!

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