Passwort ändern, aber wie?

By Karin Cvrtila

Mai 10, 2021


Am 1. Februar ist „Tag des Passwort ändern“. Und nein, das habe ich mir nicht gerade ausgedacht, diesen Tag gibt es, neben vielen anderen kuriosen Feiertagen, tatsächlich. Diesen Beitrag habe ich tatsächlich mal am 1. Februar geschrieben, nun aber aktualisiert. Die Grundessenz ist noch immer dieselbe: Passwort ändern ist lästig, aber notwendig.

Daher dachte ich, das ist eine gute Gelegenheit, um dich daran zu erinnern: Ändere deine Passwörter. Ja, das ist wenig sexy, es ist mühsam und sei ehrlich: es nervt dich. Aber, du bist nicht alleine!

Ok, wir machen es kurz und schmerzlos:

Warum soll ich mein Passwort ändern?

Jeder IT-ler wird dir versichern oder dich womöglich damit „quälen“, dass du aus Sicherheitsgründen dein Passwort alle paar Monate ändern solltest. Nicht zuletzt aufgrund immer wieder kursierender Viren, Malware und sonstigem Ungemach. Du denkst dir vielleicht „aber ich bin ja nicht betroffenE? Dann überlege mal, wie viele und welche Daten du heutzutage ins Internet beförderst. Angefangen von Bankdaten, über persönliche bis hin zu beruflich sensiblen Daten.

Insbesondere, wenn du selbst UnternehmerIn bist oder eine Webseite betreibst, denke immer an die Sicherheit deiner Daten, deines Webauftritts, aber auch auf die Daten deiner Kunden. Du weißt schon: wegen der DSGVO und so. Aber heute geht es um deine eigenen Daten.

Überzeugt? Gut.

Wie soll mein Passwort aussehen?

Es sollte sich herumgesprochen haben, dass ein Passwort nicht 123456 lauten sollte, dennoch ist das laut einer Studie von Splashdata nach wie vor das beliebteste Passwort (und das schon seit Jahren!). Wie Splashdata das wissen will? Nun, sie evaluieren jedes Jahr die gehackten Internetkonten.

Weiters sollten deine Passwörter im Business auch nicht auf deinen Namen oder den Namen deines Unternehmens lauten. Und auszuschließen sind auch Worte wie Administrator oder Admin als Username. Das sind definitiv weder geeignete Usernamen noch sichere Passwörter.

Dennoch ist erstaunlich, dass viele nach wie vor solche leicht zu knackenden Passwörter verwenden – Studien belegen das immer wieder.

Ebenso: bitte verwende nicht dasselbe Passwort für unterschiedliche Tools und Dienste! Das mag zwar praktisch sein, ist der Datensicherheit jedoch unzuträglich.

Am besten deine Passwörter bestehen aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Noch besser, wenn du Klein- und Großschreibung mischt. Generierte Passwörter, meist vom verwendeten Browser oder Betriebssystem vorgeschlagen, verwenden genau solche Kombinationen.

Ob du dir diese auch merken kannst, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Es ist jedoch dringend davon abzuraten, sich Passwörter irgendwo handschriftlich zu notieren!

Wie soll ich mir ein Passwort merken?

Das Problem liegt ja nur teilweise darin, dass ein Passwort so kompliziert zusammengesetzt ist, dass man es sich nicht merken kann. Hinzu kommt, dass man nicht nur ein Passwort hat, sondern meist eine ganze Armee davon. Klar, bei den meisten Programmen gibt es die Möglichkeit sich ein neues Passwort zusenden zu lassen. Aber das ist, denke ich, nur eine Notfall-Lösung und sollte keinesfalls zur Regel werden.

Was also tun?

Eine Möglichkeit wäre sich einen möglichst langen Satz auszudenken und die jeweiligen Anfangsbuchstaben inkl. Groß- und Kleinschreibung als Passwort zu nehmen.

Ein Beispiel könnte sein (und nein, das ist jetzt nicht eines meiner Passwörter 😉 „Jedes Jahr am 1.2. ist Tag des ändere dein Passwort und das werde ich mir nun merken“. Das daraus generierte Passwort wäre in diesem Fall JJa12iTdaedPudwimnm – alles klar?

Idealerweise enthält das Passwort neben Buchstaben auch Zahlen, du kannst eben auch noch Sonderzeichen hinzufügen. Umlaute solltest du im Passwort nicht verwenden.

Wenn dir diese Vorgangsweise zu kompliziert erscheint, dann kannst du auf entsprechende Tools, sogenannte Passwort-Manager, zurückgreifen. Das wäre auch meine Empfehlung für dich, weil du ja eben nicht nur ein Passwort für deine 1000 Tools nutzen sollst.

Passwort-Manager funktionieren so, dass deine Passwörter verschlüsselt in dem entsprechenden Tool liegen und du nur ein Passwort benötigst, um die anderen Passwörter abrufen zu können. Du musst dir daher nur ein Passwort merken und nicht 100 – klingt schon mal leichter, oder?

Beispiele wären 1Passwort oder LastPass (beide kostenpflichtig im Abo-System erhältlich). Die Kosten sind jedoch überschaubar und zahlen sich auf jeden Fall aus. Beide Tools sind auch bereits jahrelang am Markt und werden laufend aktualisiert.

Eine kostenfreie Variante, weil es sich um ein Open Source Produkt handelt, ist Keepass. Von der Optik her im Vergleich zum Mitbewerb sicher verbesserungswürdig, dafür für alle Betriebssysteme offen und erweiterbar. Keepass wird unter IT-ler auch als besonders sicher empfohlen.

Für I-dings Nutzer hat Apple einen eigenen Schlüsselbund integriert. Sobald du ein Passwort im Browser eingibst, kann dieses gespeichert werden. Wenn du dann das nächste Mal die Seite aufrufst, dann wird das Passwort automatisch ausgefüllt. Praktisch, oder?

Fazit

Du siehst es gibt sehr wohl Hilfsmittel, wie man sich Passwörter merken kann. Es ist keine Hexerei. Und die Ausrede „ich kann mir aber nicht alle Passwörter merken“ sollte nun ad acta gelegt werden. Nun bist du dran, ändere noch heute dein Passwort und warte erst gar nicht auf den nächsten 1. Februar, wenn wieder Tag des ändere dein Passwort ist.

Herzlichst, deine

Karin

PS Technick-Freaks werden jetzt sagen: Ja, aber da ist ja noch viel mehr dahinter. Richtig, das Thema Passwort Schutz könnte ganze Bibliotheken füllen. Ich wollte dich heute aber nicht mit technischen Details quälen, sondern einen Überblick bringen und dich vor allem motivieren an deine Passwort- und Datensicherheit zu denken 🙂 Du willst noch mehr Tipps für Solopreneurs? Dann lies hier weiter.

Du kannst dir auch (siehe unten) eine kostenlose Checkliste herunterladen mit Kriterien wie du überhaupt ein Tool auswerten sollst. Und ich habe dir auch meine Liste an Tools mit hineingepackt, weil ich immer wieder gefragt werden, welche Tools ich so nutze. Viel Spaß dabei!

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