Was ist Digitalisierung eigentlich?

By Karin Cvrtila

November 23, 2017


Viel wird in den Medien und der Öffentlichkeit über Digitalisierung diskutiert. Von digitalen Dörfern, digitalen Schulen, selbstfahrenden Autos, digitaler Medizin, Digitalisierung der Justiz bis hin zu digitaler Industrie (sogenannte Industrie 2.0.) wird geschrieben. Oft wird ein Bild der Zukunft gemalt in der Roboter so gut wie alle Tätigkeiten übernehmen. Wenn man all dies liest, denkt man oft unwillkürlich an so düstere Filme wie Matrix, Terminator, Blade Runner und Co., die allesamt ein beängstigendes Zukunftsszenario Mensch gegen Maschine zeichnen.

Auch die Politik setzt sich seit einigen Jahren mit dem Thema Digitalisierung zunehmend auseinander. Die Europäische Kommission hat die Digitalisierung des Binnenmarktes gar als eine der 10 Prioritäten für die Jahre 2015-2019 festgelegt. Daneben hat jedes Land eine eigene Digitale Agenda abgeleitet, wo es meist um E-Government, digitale Bildung, aber auch rein technische Anforderungen wie Breitbandausbau geht. Ebenso entwickeln einzelne Städte digitale Agenden, oft unter dem Stichwort Smart Cities.

Klingt alles auf den ersten Blick ein wenig weit weg und stark technologiegetrieben. Oft fehlt der persönliche Zugang, aber Digitalisierung geht uns alle etwas an. Dazu eine kurze Geschichte: Wie ich Freunden, Bekannten und der lieben Familie erzählt habe was ich in Zukunft machen will, haben mich viele gefragt: „Du was ist eigentlich mit Digitalisierung gemeint?“ Das geschah vor allem in Zweiergesprächen, vor einer größeren Gruppe traut sich fast niemand zuzugeben, dass der Begriff eben nicht ganz klar ist und für viele sehr schwammig, wie wir in Österreich sagen.

Daher will ich im Folgenden den Begriff ein wenig klären.

Ist Digitalisierung nur ein Synonym für IT?

Die gute Nachricht gleich vorweg: Digitalisierung heißt eben nicht, nur Roboter erledigen ohne menschliches Zutun emotionslos alle Aufgaben, sondern setzt viel früher an. Es geht um Wissensfähigkeiten, d.h. wie kann Jedermann/-frau mit den neuen Technologien umgehen und diese zum eigenen Vorteil bestmöglich nutzen. Letztlich ist digitalfit werden leichter und unkomplizierter, als es auf den ersten Blick scheint.

Wer kann uns nun Auskunft darüber geben was mit Digitalisierung gemeint ist? Schaut man auf Wikipedia nach, so findet man Artikel unter der Überschrift digitale Transformation oder gar digitale Revolution.

Im Wesentlichen wird Digitalisierung als Übergang von analogen zu digitalen Technologien beschrieben.

Als Beispiel kann der gute alte Fotoapparat herangenommen werden: haben wir früher (analoge Technik) die Filmrollen zum Entwickeln gebracht und erst so die Fotos anschauen können, kamen danach digitale Kameras auf – die Fotos konnten gleich direkt auf der Kamera betrachtet werden. Die Entwicklung ging weiter bis zu den heutigen für Alle zugänglichen Smartphones, wo jeder von uns jederzeit ein Foto „schießen“ kann. Auch die digitalen Kameras werden heute kaum mehr benutzt. Eine Technik hat also eine andere abgelöst und wird wiederum durch andere ersetzt. Immer noch sehr technisch, oder? Aber keine Sorge, Digitalisierung ist zwar IT-getrieben und wird durch die IT unterstützt, aber Sie müssen nicht programmieren lernen, um von der Digitalisierung zu profitieren und selbst einzusetzen! Das machen schon andere für Sie.

Was habe ich persönlich von der Digitalisierung?

Die Digitalisierung trägt dazu bei Aufgaben und Prozesse effizienter zu bewältigen. Und dies sowohl im privaten als auch beruflichen Kontext.

Wir nutzen bereits heute eine Vielzahl an Programmen und Apps, die uns das Leben erleichtern (oder erleichtern sollten). Wir kaufen heute bereits im Internet Produkte ein, ohne ein Geschäft zu betreten oder wir vergleichen zumindest Produkte und Preise im Internet bevor wir eine größere Investition tätigen. Wir suchen Wohnungen, Jobs, manche auch den Lebenspartner im Internet. Wir kommunizieren mit Freunden und Familie per Smartphone, SMS, E-Mail, WhatsApp, Facebook und Co. Daneben lässt sich durch den gezielten Einsatz bestimmter Programme unser Alltag leichter und schneller organisieren.

Welchen Nutzen ziehen Unternehmen aus der Digitalisierung?

Für Unternehmen bedeutet die Digitalisierung auch den Zugang und den Wandel zu neuen Geschäftsmodellen. Einzelne Aufgaben der sogenannten Wertschöpfungskette (also von der Produktion bis zur Auslieferung von Produkten oder Dienstleistungen) lassen sich digital abbilden, teils sogar vollkommen automatisieren. Dadurch können Prozesse effizienter ablaufen, als Folge davon steigt die Kundenzufriedenheit und letztlich der Umsatz und Gewinn (sofern man es mit den Investitionen nicht übertreibt).

Teilweise entstehen aufgrund der Nutzung von neuen Technologien vollkommen neue Geschäftsmodelle bzw. Geschäftszweige. Ein Unternehmen muss heute nicht nur über einen eigenen regionalen Laden seine Produkte verkaufen, es kann diese auch online und somit weltweit anbieten. Mit einem Schlag vergrößert sich die Zielgruppe um ein vielfaches. Einige Unternehmen bieten heute nicht nur Dienstleistungen an, sondern werden zum Wissensvermittler. Mit Hilfe neuer Geschäftsmodelle kann somit jedes Unternehmen seinen Markt hinsichtlich Region und/oder Zielgruppe erweitern. Nie gab es bisher so viele neue Möglichkeiten!

Unternehmen sind jedenfalls heute gefordert den digitalen Wandel hin zur vierten industriellen Revolution zu vollziehen, um die eigene Position zu stärken oder gar einen Wettbewerbsvorteil zu ergattern. Damit dies gelingt, sind jedoch digitalfitte Mitarbeiter ein Muss! Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter ist daher unverzichtbar.

Herausforderung auf dem Weg in das digitale Zeitalter

Wie wir am Beispiel der Fotoapparate gesehen haben, besteht die Schwierigkeit darin, dass die digitale Transformation kein Projekt mit klar definiertem Anfangs- und Endpunkt ist. D.h. nachdem man ev. einzelne Prozesse im Unternehmen oder auch im eigenen Alltag digitalisiert hat, kann man sich nicht einfach zurücklehnen und sich denken „ok, das ist geschafft, erledigt, abgehakt“. Digitale Transformation ist viel mehr ein ständiger Prozess, ist nie abgeschlossen. Neue Technologien kommen hinzu, ersetzen andere. Die Aufgabe heißt daher: sich in neue Prozesse und Geschäftsmodelle ein zu denken und laufend am Ball zu bleiben.

Wenn man jedoch anfängt sich mit digitalen Prozessen auseinander zu setzen, so wird es mit der Zeit immer leichter den digitalen Wandel für sich selbst und sein Unternehmen zum Erfolg zu führen! Den Blick nach vorne zu richten und neue Technologien für sich sinnvoll zu nutzen.

Fazit

Digitalisierung ist zwar IT und somit durch neue Technologien getrieben. Aber es geht bei Weitem nicht nur um den Einsatz von Robotern oder dem Programmieren von Software, sondern um den richtigen und sinnvollen Einsatz vorhandener Technologien bzw. Programmen, um die eigenen privaten und beruflichen Aufgaben zu vereinfachen. Digitalisierung betrifft uns somit alle. Digitalfit zu werden ist nicht schwer, da jeder von uns bereits den Einstieg in das neue digitale Zeitalter vollzogen hat.

Herzlichst, Ihre
Karin Cvrtila

PS Der Beitrag hat auch einen zugegebenermaßen eigennützigen Zweck: wenn mich in Zukunft jemand aus der näheren Umgebung wieder fragen sollte „Du, aber was ist eigentlich mit Digitalisierung gemeint?“, dann verweise ich alle einfach auf diesen Artikel 😉

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