6 Mythen keinen Unternehmensblog zu starten

By Karin Cvrtila

April 12, 2018


In Beratungsgesprächen erhalte ich auf die Frage „warum haben Sie keinen Unternehmensblog“ häufig die unterschiedlichsten Argumente warum ein Unternehmensblog nicht in Frage kommt, auch wenn man Vorteile darin sieht.

Im Wesentlichen lassen sich die Meinungen zu folgenden 6 Mythen zusammenfassen:

1. Ich habe keine Inhalte

Also, ganz ehrlich, das glaube ich Ihnen nicht! Sie haben ja ein Thema mit dem Sie sich in Ihrem Unternehmen befassen, oder? Sie haben auch sicher Neuigkeiten aus Ihrem Unternehmen zu berichten.

Ich meine jetzt aber nicht Themen rund um „ach wie toll bin ich und mein Unternehmen“. Sondern Themen für Ihre LeserInnen, für Ihre Kunden! Worüber sprechen Sie mit Ihren Kunden? Was wollen Kunden von Ihnen wissen? Was könnte einem Kunden weiterhelfen? Welche Informationen suchen Ihre Kunden? Es geht nicht um Ihre Interessen, sondern um die Ihrer Kunden. Ich schreibe ja hier auch nicht über Einrichtungsideen oder neue Taschen und Schuhe – wenn Sie aber das interessiert, können wir das gerne ändern 😉

All diese Fragen bedeuten, dass Sie eine Content-Strategie für Ihren Blog benötigen, wo Sie für Ihren Unternehmensblog festhalten mit welchen Themen Sie sich zu welchem Zeitpunkt befassen wollen.

2. Ich kenn mich mit der Technik nicht aus

Lass ich auch nicht gelten: das geht wirklich einfach! Glauben Sie mir! Und ja, das schaffen Sie auch!

Die meisten arbeiten heutzutage mit WordPress, hier sind keine Programmierkenntnisse notwendig. Ja, man muss sich ein wenig, wie bei jedem Programm, damit auseinandersetzen. Aber das Programm selbst ist einfach zu bedienen. Probieren Sie es aus und erstellen einen neuen Beitrag, Sie müssen diesen nicht sofort online stellen, können aber einmal das Programm kennenlernen und Herumprobieren. Darüber hinaus gibt es im Internet jede Menge technische Anleitungen dazu. Sonst fragen Sie einfach mich 🙂

3. Ein Blog ist doch unseriös, mir ist das peinlich

Die Zeiten wo ein Blog als Tagebuch geführt wurde (der eigentliche Ursprung von Blogs) sind vorbei. Sie sollen in Ihrem Unternehmensblog ja nicht Ihr persönliches Tagebuch führen, falls Sie eines haben. Es geht, wie bereits beschrieben, um unternehmensrelevante Themen.

Vielleicht, das gebe ich durchaus zu, ist es zu Beginn ein wenig ungewöhnlich zu einem bestimmten Thema auch seine Meinung wiederzugeben. Ich bin mir aber sicher, dass Sie zu den Themen rund um Ihr Unternehmen eine Meinung haben und wohl auch dazu stehen. Also schreiben Sie darüber. Ja, natürlich kann es auch Widerspruch geben, aber im „echten“ Leben gibt es das auch, oder? Sie werden es nicht allen recht machen, aber das kann auch gar nicht Ihr Ziel sein.

Es könnte natürlich auch sein, dass Ihnen die eigene Webseite zu schaffen macht und Ihnen diese peinlich ist. Na, das lässt sich ändern. Eine Webseite ist nie in Stein gemeißelt, sondern kann und soll sich verändern. Früher waren Webseiten statisch und haben lediglich als Visitenkarte des Unternehmens gedient. Heute „leben“ Webseiten und sind dynamisch. Meistens, weil es eben auch einen Unternehmensblog gibt. Warum sollten sonst LeserInnen immer wieder auf Ihre Webseite zurückkommen? Meist, weil Sie eben einen Blog betreiben und hier im besten Fall interessante Themen für Ihre BesucherInnen aufbereiten.

4. Ich habe keine Zeit, um einen Blog zu betreiben

Das Killerargument: ich habe keine Zeit!

Hinter solchen Aussagen verbirgt sich aber meist die nackte Wahrheit: ich will nicht! Wenn Sie aber tatsächlich einen Blog betreiben wollen, dann werden Sie sich die Zeit auch freischaufeln. Es fordert niemand, dass Sie täglich einen Blogbeitrag schreiben sollen – ok, manche empfehlen tatsächlich einen täglichen Blogbeitrag, aber das ist tatsächlich unrealistisch.

Ich will Ihnen aber auch nichts vormachen: ja, einen Unternehmensblog zu betreiben, bedeutet zusätzlicher Aufwand. Es gibt jedoch Techniken, um dran zu bleiben! Setzen Sie sich feste Zeiten wann Sie einen Blogbeitrag schreiben und dann legen Sie los. Weil Sie eine Content-Strategie haben, wissen Sie auch zu welchem Thema Sie schreiben werden. Wichtig ist jedoch regelmäßig einen Beitrag zu veröffentlichen! Wie gesagt, es muss nicht täglich sein, aber alle paar Monate ist sicher zu wenig.

Auf der anderen Seite, legen Sie auch nicht zu euphorisch los und nehmen sich zu viel vor. Viele starten mit 3 oder mehr Blogbeiträgen pro Woche und nach 2 Monaten findet man nur mehr gähnende Leere auf dem jeweiligen Blog vor. Warum? Weil sie sich zu viel vorgenommen haben. LeserInnen gewöhnen sich aber an eine gewisse Regelmäßigkeit und diese sollten Sie auch liefern, auch als Zeichen von Zuverlässigkeit. Und das sind Sie doch, oder?

5. Ein Blog bringt doch nichts

Tatsächlich? Und wie bitte sollen sich potentielle Kunden über Ihr Unternehmen und Sie ein Bild machen? Wie wollen Sie der Welt erklären was Sie machen und wer Sie sind? Wie wollen Sie Ihren Kunden sonst helfen? Wie sollen Kunden Vertrauen zu Ihnen fassen? Vertrauen ist aber in jeder Kundenbeziehung das um und auf!

Ah so, Sie stecken statt dessen immens viel Geld in Werbung? Kann sein, aber bei klassischer Werbung geht es um Reichweite, um das bekannt machen eines Produkts oder Unternehmens. In einem Unternehmensblog geht es aber um Inhalte, Themen und Meinungen. Und unter uns: einen Blog zu betreiben kostet viel weniger Geld als Werbung! Also warum nicht kostenlose (ok, Ihre Zeit müssen Sie schon rechnen) Möglichkeiten nutzen?

Darüber hinaus haben Sie durch Blogbeiträge auch gleichzeitig Inhalte für diverse Social Media Kanäle. Ja, diese sollten Sie in der heutigen Zeit auch nutzen, aber das ist ein anderes Thema.

Ich verrate Ihnen jetzt etwas: ich habe, obwohl dieser Unternehmensblog hier noch gar nicht so alt ist, bereits über Blogbeiträge Kunden gewonnen! Ich finde das ist nun das Killerargument, warum Sie einen Blog starten sollten.

6. Ich kann nicht schreiben

Gut, dann sind wir schon zwei 🙂 Die gute Nachricht ist: Sie können das lernen. Und es gilt tatsächlich: Übung macht den Meister! Sie werden nicht mit jedem Blogbeitrag 100% zufrieden sein. Aber je mehr man schreibt, desto eher wächst man in das Schreiben hinein.

Natürlich können Sie auch jemanden beauftragen, der Ihre Blogbeiträge verfasst. Allerdings bleibt da Ihr persönlicher Stil und vor allem Ihre Gedanken auf der Strecke. Ein Blogbeitrag ist kein Pressetext, der möglichst professionell sein sollte. Die eigenen Gedanken zu einem Thema werden nur Sie selbst zu Papier – bzw. zu WordPress oder einem anderen Programm – bringen können.

Sie können sich dennoch Hilfe holen und lernen wie man Blogbeiträge schreibt. Dazu gibt es relativ viele Angebote im Netz.

Wenn Ihnen das Schreiben nun aber tatsächlich gar nicht liegt und Sie dieses generell ablehnen, dann habe ich noch einen Rat für Sie: Sie müssen nicht einen Blogbeitrag schreiben: Sie können auch Videos machen, die immer populärer werden, oder Audios oder Infografiken erstellen, abhängig von Ihrem Thema. Schreiben ist in einem Unternehmensblog kein Muss. Überlegen Sie welches Format Ihnen selbst am besten liegt. Natürlich können Sie unter den verschiedenen Formaten auch wechseln.

Fazit

Was hält Sie davon ab einen Unternehmensblog zu starten? Und wollen Sie noch immer keinen Blog für Ihr Unternehmen starten? Fangen Sie an, machen Sie den ersten Schritt. Überlegen Sie sich Themen zu denen Sie schreiben könnten, machen Sie einen Redaktionsplan – dazu ein anderes Mal mehr – und dann legen Sie los. Ihre LeserInnen werden es Ihnen danken und wer weiß vielleicht gewinnen Sie ziemlich rasch neue Kunden hinzu.

Herzlichst, Ihre

Karin Cvrtila

PS Wie es mir selbst beim Blog-Schreiben geht? Ich will ehrlich sein: auch ich schiebe häufig das Blog-Schreiben auf, denke mir auch „jetzt habe ich aber wirklich keine Zeit“. Dennoch bleibe ich dran und schreibe dann doch drauf los und zwar mit einem kleinen Trick: ich habe Ihnen, meinen LeserInnen, zu Beginn angekündigt jeden Donnerstag einen Beitrag zu veröffentlichen. Und nun ja: versprochen ist versprochen und wird auch nicht gebrochen – eine Weisheit aus Kindheitstagen 🙂

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  1. Liebe Karin,

    du hast die Killer-Argumente gegen einen Unternehmensblog super zusammengefasst. Das Argument „Ich kann nicht schreiben“ bekomme ich auch oft zu hören. Und ich gebe dir Recht: Schreiben ist zu einem großen Teil Handwerk, das man erlernen kann. Texte folgen Regeln und auch die kann man sich aneignen. Und wenn das Schreiben wirklich gar nicht von der Hand geht, gibt es ja auch Profis, die einen unterstützen 😉
    Wie man Werbetexte (und dazu zählen auch Blogtexte) optimal strukturiert, habe ich in diesem Blogpost beschrieben: https://www.wort-spiel.at/werbetexte-schreiben-mit-dem-lasagne-rezept/

    Liebe Grüße
    Margit

    1. Liebe Margit,

      danke für deinen Kommentar! Oh, als Texterin kann ich mir sehr gut vorstellen, dass du immer wieder diesen Satz hörst – ich auch 😉 Und richtig, wenn es so gar nicht geht oder man selbst beim Schreiben Bauchschmerzen empfindet, dann ist tatsächlich darüber nachzudenken das Schreiben auszulagern oder eben auf andere Formate umsteigen.

      Danke auch für den link zu deinem Blogartikel: über den Titel habe ich herzlichst lachen müssen 🙂

      Lieben Gruß
      Karin

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