Digitale Kommunikation – fremde versus eigene Kanäle

By Karin Cvrtila

Februar 8, 2018


Letzte Woche habe ich mich mit der PR-Expertin Susanne Eiselt über die Rolle der Kommunikation in der digitalen Welt unterhalten.

Klar, wenn man über digitale Kommunikation spricht, ist man sehr schnell beim Thema Social Media Kanäle wie Facebook, Twitter, Instagram, LinkedIn, XING und Co. Heute wird viel via Social Media Plattformen kommuniziert. Durch diese hat sich unsere Kommunikation verändert: sie wird schneller, teils privater, teils empörender, teils informativer, und teils auch leider ungustiöser. Die einen werden das gut finden, andere sind weniger begeistert davon. Rund um Social Media gibt es fast unendlich viele Aspekte über die man diskutieren könnte, die Buchhandlungen haben oftmals bereits eigene Abteilungen zum Thema Social Media, ebenso ist das Netz voll von Seiten und Beiträgen zu den neuen, oder nicht mehr ganz so neuen, Plattformen.

Mir geht es jedoch heute um einen grundsätzlichen Kommunikationsaspekt in Zusammenhang mit Social Media: Fremde Kanäle versus eigene Kanäle.

Fremde Kanäle

Die Social Media Plattformen sind heute selbstverständlich gleichzeitig auch Marketing-Kanäle. Unternehmen kommunizieren Ihre Botschaften immer häufiger über Social Media. Nie war es leichter so viele Menschen zu erreichen und in persönlichen Kontakt zu treten, noch dazu kostengünstig. Der größte Vorteil aus Marketing-Sicht ist wohl, dass in den Social Media Kommunikation als Dialog stattfindet. Nicht, wie in der herkömmlichen Werbung, als Einweg-Kommunikation.

Ich kann Sie als Unternehmer daher auch nur ermutigen, Social-Media Kanäle zu nutzen. Treten Sie in Dialog mit Ihren bestehenden und potentiellen Kunden. Und nein, da treiben sich nicht „lauter Wahnsinnige“ herum und nein, es sind nicht nur Junge, die Social Media Plattformen nutzen.

Bei all den Vorteilen aus Marketing-Sicht, möchte ich dennoch auf einen manchmal unterschätzten Aspekt hinweisen: Sobald Sie Social Media für Ihre Kommunikation und Ihr Marketing nutzen, dürfen Sie nie vergessen, dass Sie sich auf einer fremden Plattform befinden.

Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Sie sind auf einer Plattform als Unternehmer besonders viel aktiv. Von heute auf morgen bricht diese Plattform hinsichtlich ihrer Reichweite ein, schläft langsam ein oder wird gar ganz eingestellt. Mit einem Schlag sind alle Ihre Bemühungen und Anstrengungen ausgewischt, Sie können nichts dagegen tun, sind machtlos. In dieser Situation können Sie bestenfalls nur reagieren, nicht jedoch agieren. Und ersteres ist als Unternehmer nie die beste Voraussetzung.

Besonders im Fokus steht meist Facebook, und sobald Mark Zuckerberg eine Neuerung bei Facebook ankündigt, ist mit fast panischen Reaktionen im Netz zu rechnen. Warum? Weil die jeweiligen Unternehmen eben nichts dagegen tun können, wenn es wieder einmal eine Änderung gibt. Womöglich immer weniger Leute Ihre Postings sehen können, wie derzeit auf Facebook diskutiert.

Eigene Kanäle

Die Lösung? Achten Sie auf Ihre eigenen Kanäle, d.h. Plattformen und Kommunikationskanäle, die Sie selbst bespielen und die in Ihrem Einflussbereich liegen. Sie bestimmen, ob und welche Inhalte Sie kommunizieren.

Im Wesentlichen sind das in der digitalen Welt:

  1. die eigene Webseite: Interessanterweise wird die eigene Webseite noch immer häufig als reine „Visitenkarte“ des Unternehmens interpretiert. Viele vergessen, dass die eigene Webseite in erster Linie Kommunikation bedeutet! Klar präsentieren Sie sich als Unternehmer auf Ihrer Webseite, Sie stellen Ihre Angebote dar, Sie erzählen wer Sie sind, wo Sie anzutreffen sind und vieles mehr. Dies ist bereits Kommunikation!
  2. der eigene Blog: Wenn Sie einen Blog betreiben, wie ich gerade hier, dann treten Sie meist bereits in Dialog mit Ihren Leserinnen und Lesern. Meist gibt es ja eine Kommentarfunktion unter jedem Blog-Beitrag (übrigens: nutzen Sie diese hier, ich freue mich über jeden Kommentar, jeden Input und jedes Feedback!). Wenn Sie noch keinen Blog betreiben, dann kann ich Sie nur dazu ermuntern einen Blog aufzusetzen. Wie Sie damit anfangen und was dazu notwendig ist? Das Thema ist sehr ausgiebig und daher werde ich dieses in einem anderen Beitrag hier im Blog behandeln.
  3. der eigene Newsletter: Ja, und schlußendlich können Sie Personen via E-Mail anschreiben und erreichen. Aber Achtung: oft höre ich in Gesprächen noch immer, dass man irgendwen per E-Mail anschreiben könnte. Nein, kann man nicht! Sie brauchen selbstverständlich, und das ist gut so, das Einverständnis des Empfängers Ihres Newsletters! Oder möchten Sie etwa unaufgefordert irgendwelche E-Mails von irgendjemanden erhalten? Eben.

Manchmal werden unter eigenen Kanälen (oder im Marketing Jargon owned media) auch eigene Profile auf diversen Social Media Plattformen genannt. Ja klar, können Sie auf Ihrem Profil bestimmen, was Sie posten oder auch nicht. Dennoch gehören diese für mich zu den fremden Kanälen, da Sie, wie oben dargelegt, nicht über die Plattformen an sich verfügen und somit Änderungen der Plattformen oder gar die Einstellung dieser nicht verhindern können.

Fazit

Sie werden vielleicht einwenden „aber ich muss ja auf verschiedenen Plattformen präsent sein“. Ja eh, bin ich auch. Ich möchte Sie nur daran erinnern, sich bewußt zu machen, dass Social Media Kanäle nie Ihre eigenen Plattformen sind. Außer Sie sind Mark Zuckerberg (Facebook), Jeff Bezos (Amazon), Jack Dorsey (Twitter) oder beschließen eine eigene Social Media-Plattform zu errichten.

In diesem Sinne: agieren Sie doch lieber auf Ihren eigenen Kanälen, Ihrer Webseite, Ihrem Blog und Ihrem Newsletter! Und nutzen Sie die Möglichkeiten der Kommunikation auf Social Media immer mit dem Bewusstsein, dass es nicht Ihre Kanäle sind.

Herzlichst, Ihre

Karin Cvrtila

PS Wie ich es mit Social Media halte? Ich nutze folgende Plattformen: Facebook, Twitter, LinkedIn und XING. Natürlich freue ich mich sehr, wenn Sie mir auf einem dieser Kanäle auch folgen würden 🙂 Welche nutzen Sie?

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