Dein Zahlenspiel im Online-Business

By Karin Cvrtila

Februar 4, 2021


Die Amerikaner sagen in Bezug auf das Online-Business immer „it’s a numbers game“.

Aber, was ist damit gemeint und ist es nur eine provokante Aussage, die sich irgendwie abgebrüht anhört oder steckt in dieser Aussage mehr dahinter?

Diesen Fragen werden wir in diesem Blogbeitrag nachgehen und auch wie du dieses Spiel für dich gewinnen kannst.

Was denkst du spontan, wenn du das Wort Zahlenspiel im Online-Business hörst?

Du darfst natürlich deinen Gedanken freien Lauf lassen 🙂

Viele sind etwas skeptisch, sobald sie von Zahlen im Online-Business hören. Häufig schwingt sogar eine gewisse Angst vor Zahlen mit.

Die Assoziationen zu „Massenmarkt“, „wenig Qualität“, „berechnend“ sind sehr schnell da. Nicht gerade die freundlichste Beschreibung.

Nur: leider muss man sagen, dass diese Assoziationen mit einem Zahlenspiel im Online-Business so gar nichts zu tun haben! Sie sind schlicht und einfach falsch. Dennoch möchte ich diese Empfindungen und Meinungen nicht verteufeln. Ich verstehe sie sogar!

Woher kommen diese Einstellungen nämlich? Meistens eben von Leuten, die bisher wenig bis nichts mit Zahlen im Online-Business zu tun gehabt haben und das wiederum ist nicht verwerflich. Man lässt sich eben auch immer von Meinungen und Einstellungen anderer leiten, nicht nur im Online-Business, sondern in vielen anderen Bereichen auch, häufig auch unbewusst.

Warum ein Online-Business doch ein Zahlenspiel ist – ein Beispiel

Neulich habe ich in einer Gruppe folgendes gelesen: ein Mitglied war voller Vorfreude auf ihre bevorstehende Challenge, die sie machen wollte! Super, kann ich nur sagen, weil als Veranstalterin einer Challenge solltest du dich auch selbst darauf freuen, weil nur so kannst du deine TeilnehmerInnen motivieren. Im ersten Augenblick klang also das Vorhaben nach einem guten Plan!

Wenn du dich nun fragst: was ist eine Challenge? Nun, meistens eine 5 Tage andauernde Marketing-Aktion (ui, auch böses Wort ;-), in der die TeilnehmerInnen gewisse Aufgaben erfüllen müssen. Dies macht man häufig, um danach meist einen Kurs oder ein Programm zu verkaufen. Der klare Vorteil in so einer Challenge liegt darin, dass die TeilnehmerInnen dich besser kennenlernen, weil du eine Woche lang sehr nahe an ihnen dran bist – also denke ruhig darüber nach, ob du nicht selbst eine Challenge veranstalten willst.

Aber zurück zur Geschichte: leider war die Challenge, dann doch nicht sooo super, weil sich zu wenige TeilnehmerInnen angemeldet haben. Die Veranstalterin selbst fand es dennoch super, auch nach meinem Hinweis, sie möge bitte all ihre Energie in die Gewinnung von zusätzlichen TeilnehmerInnen stecken.

Die Rechnung ist ziemlich einfach und zeigt, warum ein Online-Business doch ein Zahlenspiel ist: wenn du nämlich zu wenige TeilnehmerInnen in der Challenge hast, dann hast du am Ende auch zu wenige KäuferInnen. Der Irrglaube, dem hier viele aufsitzen ist, dass sie glauben, dass eben ALLE kaufen werden. Nun, dem ist natürlich nicht so, nur ein kleiner Prozentsatz kauft dann tatsächlich den Kurs oder das Programm. Bei einer Challenge kannst du von 3 bis 10 Prozent Käufern ausgehen. Diese sogenannte Conversion-Rate kann sogar bis zu 20 Prozent betragen, allerdings musst du da schon sehr geübt in der Durchführung von Challenges sein.

Bekanntlich wird der Überbringer schlechter Nachrichten geköpft und so ähnlich erging es auch mir. Es dauerte nicht lange und die Keule „mir geht es um Qualität und nicht um Masse“ wurde ausgepackt und mit dieser wild herumgefuchtelt, nur weil ich eben auf das Thema Zahlen hingewiesen habe. Da wird gleich die Verbindung hergestellt: Daten sind böse, Zahlen erst recht.

Im Endeffekt kannst du aber vieles in deinem Online Business verbessern, wenn du dich an deinen Zahlen orientierst. Die zeigen dir nämlich den Weg! Und nein, darunter leidet die Qualität ganz und gar nicht, ganz im Gegenteil: sie steigt nämlich.

Warum? Weil du dich mit deinen potentiellen Kunden, deinen Websitebesuchern, deinen Fans und Followern, deinen Newsletter-Abonnenten viel mehr auseinandersetzt und deine Inhalte auf die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen abstellst, verbesserst und so immer mehr Leute auch erreichst.

Wie die Geschichte ausgegangen ist? Nun, leider gab es kein happy End, es gab nämlich in der Challenge leider keinen einzigen Verkauf. Das ist natürlich bitter, kann passieren, aber genau deswegen ist es wichtig noch vor dem Start einer Aktion sich mit den eigenen Zahlen auseinanderzusetzen! In dem Fall wäre es somit klar gewesen, dass 3 TeilnehmerInnen in der Challenge eben nicht ausreichen, um einen Verkauf zu realisieren.

Was ist mit Zahlenspiel im Online-Business gemeint?

Der Verkauf startet nämlich nicht erst dann, wenn du tatsächlich ein Angebot an deine potentiellen Kunden unterbreitest, und schon gar nicht erst dann, wenn jemand auf den Button „buchen“ oder „zur Kasse gehen“ klickt! Sondern viel früher.

Du brauchst, bevor du noch irgendetwas verkaufen willst, Reichweite und Sichtbarkeit, wie es heute heißt. Früher hieß das einfach „Bekanntheit aufbauen“ und wurde meist über Plakat-, TV- und Anzeigenwerbung erzielt.

Heute erhältst du Reichweite und Sichtbarkeit, eben Bekanntheit, vor allem über deine eigene Website, aber auch über diverse Social Media Kanäle.

Und ja, es geht um einen sogenannten Funnel, den du dir näher anschauen solltest.

Zu den einzelnen Funnel-Stufen, also von Website-Besuchern über den Eintrag in deinen Newsletter bis hin zum tatsächlichen Verkauf, gibt es Richtwerte. An diesen kannst du dich orientieren.

Der große Vorteil: du kannst bereits im Voraus berechnen, wie viele Leute du gewinnen musst (die z.B. bei deiner Challenge mitmachen), um xy Verkäufe zu tätigen.

Und genau diesen Vorteil meinen die Amerikaner mit „it’s a numbers game“. Hast du nicht auf deine Zahlen zuvor geachtet und somit zu wenige TeilnehmerInnen in einer Challenge, ja dann werden eben die Verkäufe geringer ausfallen.

Häufig wird auf die eigenen Zahlen nur in Zeiten geschaut, in denen man gerade verkauft. Klar, jeder will Kunden gewinnen und behilft sich auch der eigenen Zahlen, um seinen Verkaufsprozess zu optimieren – das ist auch gut so und soll auch so sein.

Aber du solltest auf deine Zahlen bereits vorher achten!

Ein kleiner Exkurs und auch eine kleine Warnung: das Zahlenspiel funktioniert nur unter der Annahme, dass du die richtige Zielgruppe erreichst, nämlich deine.

Es hilft dir nämlich auch nichts, wenn in deiner Challenge zwar 1000 Leute „drinnen“ sind, aber diese 1000 leider nicht deine Zielgruppe sind. Sorry, man kann nicht oft genug betonen, wie wichtig die Zielgruppe ist.

Zahlenspiele im Online-Business sind doch nur etwas für Fortgeschrittene?

Diese These höre ich öfter und genauso wie die oben genannten Assoziationen zum Zahlenspiel stimmt sie nicht.

Auch wenn du erst gestartet bist und noch keine Online-Kurse oder ähnliches verkaufst, aber bis hierhin aufmerksam gelesen hast, dann wird dir aufgefallen sein, dass eben der Verkauf viel früher startet. Und dass du vor allem, noch bevor du irgendetwas verkaufen willst (!), dir eine Sichtbarkeit aufbauen musst, potentielle Kunden erreichen solltest, eine sogenannte Liste von unermesslichem Vorteil ist.

Und genau das sind deine Aufgaben zu Beginn: Sichtbarkeit und Liste aufbauen. Und bei beiden können dir eben deine Zahlen helfen, du siehst anhand deiner Kennzahlen, welche Marketing-Aktivitäten von dir gut funktionieren und welche eben weniger gut. Achte darauf, du machst dir damit nämlich dein Business-Leben um einiges einfacher.

Schaue dir dazu an: wie viele Leute kommen auf deine Website, und auch wenn es noch wenige sind, das ist kein Grund zur Verzweiflung, sondern ganz normal 🙂 Weiters schau mal wie deine Social Media Kanäle funktionieren: welche Postings kommen bei deiner Zielgruppe an? Und wie viele landen schließlich in deinem Newsletter? Was kannst du tun, um eben mehr Menschen aus deiner Zielgruppe zu erreichen?

Die Antworten darauf liefern dir deine Zahlen! Und du wirst sehen, wenn du einige Zeit diese Zahlen verfolgst, dass du schneller wachsen wirst und auch dem Ziel „endlich zu verkaufen“ ein großes Stück näher gekommen bist!

Übrigens: auch wenn du erst gerade mit einem Online-Business startest und dich von Anfang an mit deinen Zahlen befasst, dann hast du den Meisten etwas Voraus und vor allem ist der Grundstein gelegt, dass du in Zukunft weniger Irrwege gehst und dir von deinen eigenen Zahlen weiterhelfen lässt!

Noch ein kleiner Nachsatz: wenn du bisher hauptsächlich offline tätig warst und nun auf online wechselst (das betrifft derzeit Viele), dann sei dir bitte dessen bewusst, dass Zahlen im Online-Business eine noch gewichtigere Rolle als offline spielen. Der Vorteil: sie sind bereits vorhanden und du kannst auf eine Fülle an Zahlen zurückgreifen, die du offline erst mühsam erheben müsstest!

Ich habe auch in einem Freitagskaffee über das Zahlenspiel gesprochen:

 

Fazit

Wenn du wirklich (positive) Ergebnisse in deinem Online-Business sehen willst, dann nutze die Kraft der Zahlen! Sie sind hier, um dir weiterzuhelfen, also nimm ihre Hilfe an und zwar unabhängig davon, ob du erst am Anfang stehst oder schon lange ein Online-Business betreibst.

Herzlichst, deine

Karin

PS Du willst lernen, wie dich deine Zahlen im Online-Business unterstützen können und einen Kompass für dein Unternehmen erstellen? Dann schau dir mal den Analytics-Kurs an, dort geht es nämlich darum die richtigen Zahlen zu messen, zu interpretieren und letztlich sinnvolle Maßnahmen abzuleiten.

Wenn du noch mehr zu Analytics lesen willst, dann findest du auf der Übersichtsseite Analytics noch mehr Beiträge zum Thema.

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    1. Liebe Claudia,

      da bist du 1. nicht allein, 2. darf man während des Verkaufs schon mal öfter draufschauen 😉 Allerdings geht es immer auch um den langfristigen Aspekt … ich freue mich sehr, dass du beim Analytics-Kurs dabei bist! Da fühlen wir den Zahlen dann mal richtig auf den Zahn 🙂

      Lieben Gruß
      Karin

  1. Liebe Karin,

    da ich selbst noch am Anfang stehe, hat mir dieser Rat von dir sehr weiter geholfen. Es ist nämlich zu verführerisch, sich auf den Bereich 'Produkt- oder Kursentwicklung' zu stürzen, weil darin ja meist unsere Expertise liegt und es meistens auch Spaß macht.

    Die Kunden zu finden ist aber eigentlich viel wichtiger – der tollste Kurs nützt nix, wenn ihn keine(r) kauft.
    Leider ist dieser Punkt, früher hieß das Kundenakquise, nicht sehr beliebt…und schnell versucht man sich mit Argumenten wie "Qualität über Quantität" selbst gut zuzureden.

    Das kann ja auch funktionieren…wie der Staubsaugervertreter, der im richtigen Stadtteil auch schon mittags sein Pensum erfüllt hat. Aber das klappt eben nicht immer.

    1. Liebe Beatrix,

      Oh ja, verführerisch ist es immer sich mit der Produkt- oder Kursentwicklung zu beschäftigen, weil uns das allen so richtig Spaß macht – nur muss das dann auch jemand kaufen …

      Wobei: der Staubsaugervertreter hat sein Pensum zu Mittag bereits erfüllt, weil er sich eben DAVOR bereits Gedanken um sein richtiges Stadtteil gemacht hat 😉

      Lieben Gruß
      Karin

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