Auslagern im Online-Business: aber was?

By Karin Cvrtila

Juli 11, 2019


Dieser Beitrag wurde von mir im Mai 2022 liebevollst überarbeitet.

Alle sprechen von Auslagern und Outsourcing, aber gilt das auch für kleine Unternehmen oder gar EinzelunternehmerInnen? Heute möchte ich dieser Frage nachgehen und mit dir besprechen, was du in deinem Online Business auslagern kannst und was nicht.

Interessanterweise gibt es hier 2 Lager: die einen meinen, dass du nichts auslagern kannst und die anderen, die meinen alles auslagern zu können. Wie so oft liegt die Wahrheit wohl irgendwo in der Mitte.

Häufig ist es sogar so, dass du eine Strategie und einen klaren Plan haben solltest, was und wie du Aufgaben in deinem Business auslagern könntest. Klar, immer mit dem Ziel, dein Online Business voranzubringen und letztlich zu wachsen. 

Aber nur das Wissen um die Strategie alleine genügt leider nicht, weil es eben auch auf die Umsetzung der Strategie ankommt, damit diese eben funktioniert. Und an der Umsetzung scheitern leider viele, hauptsächlich aufgrund von 2 Problemen:

Wann solltest du im Online Business Aufgaben auslagern?

Nun, den richtigen Zeitpunkt gibt es nicht, wie so oft. Aber wenn dir einer der folgenden 2 Probleme bekannt vorkommt, dann ist es an der Zeit darüber nachzudenken.

Problem 1: selbst und ständig 

Als EinzelunternehmerIn und auch kleines Unternehmen hat man immer viel zu tun.

Beide Gruppen stöhnen oft unter ihrer Arbeitslast. Kommt dir das bekannt vor? Also mir schon. Es gibt einfach so viele Aufgaben, die zu erledigen sind. Manche machen mehr Spaß, andere weniger.

Viele haben irgendwann das Gefühl von „selbst und ständig“, fühlen sich in einem neuen Hamsterrad gefangen.

Problem 2: fehlendes Know-How​​​​

Häufig fehlt es auch am fehlenden Know-How, um bestimmte Aufgaben im Business umsetzen zu können.

Vor allem in einem Online-Business kommt sehr viel technisches „Zeugs“ hinzu, das man irgendwie beherrschen und/oder sich ständig damit herumärgern muss.

Aber muss das sein? In einem Hamsterrad gefangen sein oder sich mit Dingen herumschlagene, die man eigentlich gar nicht beherrscht und somit erst recht viel Zeit in das Erlernen von neuen Fähigkeiten hineinstecken muss?

Natürlich nicht. Die Lösung lautet: Hilfe holen!

Also ja, auslagern und jemand anderen machen lassen. Die Antwort klingt simpel, ist es aber häufig nicht.

Oft kommen Einwände wie „aber ich habe kein Geld“. Nun ja, auch wenn einige draußen im Netz das Gegenteil behaupten, aber auch ein Online-Busines kostet Geld. Und ja, wenn ich die technische Umsetzung – wie z.B. eine Webseite oder das Einrichten eines Newsletters oder oder oder – nicht selbst machen kann, ob aus Zeit- oder Wissensmangel, muss ich jemanden suchen, der dies für mich übernimmt.

Das Problem ist somit gelöst? Leider nicht ganz. Es ist nämlich so: es gibt ein paar Aufgaben, die man auslagern kann und welche, die du eben nur selbst machen kannst.

Aufgaben, die man im Online-Business auslagern kann:

Sehen wir uns mal näher die Aufgaben an, die man auslagern kann. Hier kann man grob nach folgenden 2 Kategorien vorgehen:

Aufgaben, die man selbst nicht kann oder eben jemand anderer besser kann.

Das betrifft häufig technische Erfordernisse im Online-Business. Jemand der in der Technik-Welt firm ist, für den mag es ein Klacks sein eine Webseite aufzusetzen oder eine SSL-Verschlüsselung einzubauen oder was auch immer.

Wenn man selbst jedoch wenig oder keine Ahnung davon hat, dann kann man schon mal leicht verzweifeln.

Aber das ist nicht schlimm! Die Frage ist immer: was ist deine Kernkompetenz? Ist es die Technik? Vermutlich nicht, sonst könntest du ja deine technischen Problemchen vermutlich selbst lösen 😉

Aufgaben, die sehr zeitaufwändig sind oder die jemand anderer eben schneller erledigen kann.

Und hier tappen wir häufig in eine Falle, indem wir unsere eigene Arbeitszeit nicht mit einrechnen – „ist ja umsonst, ich habe ja nichts ausgegeben“ lautet hier häufig das Argument.

Aber: was hättest du in dieser Zeit nicht wertvolleres machen können? Wertvoll im Sinne von Aufgaben, die deinem Business unmittelbar mehr bringen wie z.B. Kundenaufträge abwickeln oder auch akquirieren.

Du willst Beispiele? Deine Buchhaltung z.B. oder auch deine Zeit für die Erstellung immer neuer Postings für alle deine Social Media Kanäle.

Übrigens: wenn du Aufgaben auslagerst, dann muss das nicht heißen, dass du diese dauerhaft auslagerst.

Manchmal geht es ja nur darum in turbulenten Zeiten mit vielen Kundenaufträgen einfach Aufgaben abzugeben, um eben die Kundenaufträge gut abwickeln zu können.

Deine Kunden zufriedenzustellen ist nämlich DEINE Kernaufgabe!

Aufgaben, die man im Online-Business NICHT auslagern kann:

Es gibt jedoch auf Aufgaben, die du eben nicht auslagern kannst bzw. solltest. Dies betrifft aus meiner Sicht vor allem folgende Bereiche:

Deine Expertise!

Sprich das, was du selbst am besten kannst. Das kannst und solltest du nicht auslagern.

Natürlich kannst und musst du sogar MitarbeiterInnen, sofern du welche hast, auf dein Thema einschulen.

Aber ein Coaching, ein Beratungs- oder Strategiegespräch wirst nur du führen können. Ebenso auch die Betreuung in deinen Kursen und Gruppenprogrammen.

Viele klagen nämlich in der Zwischenzeit häufig, dass sie bei einer Person gekauft haben, aber dann im Gruppenprogramm von irgendwelchen Team-Mitgliedern (meist sind es auch gar nicht MitarbeiterInnen im engeren Sinn) betreut wurden. 

Oft sind diese Team-Mitglieder inhaltlich auch richtig gut, aber der Kunde hat schließlich bei dir gekauft, weil er/sie von dir beraten und betreut werden wollte.

Meist sind EinzelunternehmerInnen oder auch kleine Unternehmen eben eine Personenmarke. D.h. du als Person bist der Kaufmagnet (sorry für diesen unempathischen Ausdruck ;-), deine Expertise wird gekauft. Und ja das ist auch dann so, wenn du exzellente MitarbeiterInnen hast, aber der Kunde will dich!

Ich werde übrigens fast bei jedem meiner Launches gefragt, ob der Kurs oder der Club von mir selbst betreut wird. Am Anfang hat mich diese Frage verwirrt, mittlerweile verstehe ich die Frage seeeehr gut! Und ja: alle Kurse und auch der MACHEN-Club werden von mir selbst betreut 😉 

Heißt das, dass du dir nie Hilfe bei deinen Programmen dazuholen kannst? Nein, heißt es nicht. Aber sei transparent! Immer! Und das beginnt eben bereits beim Verkauf. Sag deinen potenziellen KundInnen konkret, was und wen sie bekommen und verkaufe keine Mogel-Packungen.

Dein Content

In engem Zusammenhang mit dem vorherigen Punkt stehen Blog-Inhalte oder Podcasts oder Videos.

In Blogbeiträgen fließt immer DEINE Expertise ein, sonst könntest du gar keinen Beitrag schreiben. Du kennst dein Thema am besten und nicht jeder kann über jedes Thema schreiben.

Ein einfaches Beispiel: sagen wir mir mal ich soll jetzt einen Blog-Artikel über Atomphysik schreiben – ich garantiere dir, dass ich scheitern werde 😉 Selbst in großen Redaktionen gibt es nicht umsonst bestimmte Ressorts wie Innenpolitik, Wirtschaft, Sport, Kultur – und ja Journalisten schreiben alle, aber eben nicht über alles.

Und letztlich sollen deine Blogbeiträge (wie auch deine Postings auf Social Media) auch nach dir klingen und authentisch sein. Ja, auch wenn du (noch) nicht schreiben kannst oder glaubst nicht schreiben zu können.

Dennoch bist das du! Deine KundenInnen oder auch potentiellen KundenInnen wollen dich kennenlernen und von dir lesen.

Wobei, du musst ja auch gar nicht schreiben, Du könntest genau so auch Videos oder Audios aufnehmen, wenn dir dies leichter fällt. Finde das für dich richtige Format.

Ein professioneller Texter wird nun vermutlich laut aufschreien und hätte sogar vollkommen Recht!

Ja, man kann auch eine andere Person auf das eigene Thema schulen, das Thema vorbereiten und sagen, was geschrieben wird. Die Entscheidung über das WAS, kann aber nur von dir kommen.

In diesem Fall kannst du auch das Schreiben jemand anderen überlassen, der das eben besser kann. Ebenso, wenn du bereits Videos oder Podcast-Folgen hast, dann könntest du natürlich darüber nachdenken diese verschriftlichen zu lassen. Im besten Fall eben von jemandem, der so richtig gut schreiben kann.

Aber der Content kann nur von dir kommen – du bist die ExpertIn.

Entscheidungen zu deiner Strategie

Du kannst dir selbstverständlich Hilfe holen, um eine Strategie für dein Business zu entwickeln – ich wüßte da sogar auch jemanden 😉 

Aber Strategiearbeit ist immer ein gemeinsames Projekt zwischen BeraterIn und KundIn.

Eine BeraterIn, wie ich, kann dich natürlich unterstützen. Aber, auch wenn ich gerade gegen mich selbst anschreibe, gebe die Entscheidungsgewalt nicht komplett an jemand anderen ab: es ist DEIN Business!

Die Letztentscheidung muss somit auch bei dir liegen und das ist auch gut so, weil du mit einer erarbeiteten Strategie täglich arbeiten wirst. Und das auch dann, wenn der/die BeraterIn schon lange weg ist.

Letztlich musst du dich auch mit der ausgearbeitenden Strategie wohl fühlen und sie muss für dich auch machbar sein!

Also bringe dich in die Strategiearbeit ein – auch diese ist ganz klar eine Kernaufgabe für dich als UnternehmerIn.

Auswahl deiner MitarbeiterInnen/Agentur/Freelancer und VA’s

Heute lege ich es mir offensichtlich mit einigen Berufsgruppen an 😉 Sorry dafür, aber die Welt der EinzelunternehmerInnen und kleinen Unternehmen ist nun mal eine andere als die Welt von Konzernen.

Die Auswahl deiner MitarbeiterInnen, deiner Agentur, Freelancer und virtuellen Assistenten solltest du nie jemand anderem überlassen und zwar aus einem ganz einfachen Grund: du arbeitest in Zukunft mit diesen Menschen meist eng zusammen. Und neben der fachlichen Kompetenz muss eben auch die zwischenmenschliche Chemie passen.

Klar, wenn du CEO (also echter CEO) eines weltweiten Konzerns mit 100.000 MitarbeiterInnen bist, dann wirst du eine Personalabteilung und externe PersonalberaterInnen beauftragen, um MitarbeiterInnen zu finden und auszuwählen.

Aber du sitzt vermutlich nun mal in deinem Home-Office (oder in einem Coworking Space oder einem kleinen Büro) und du hast keine 1000 Führungskräfte, die an dich berichten, sondern du arbeitest direkt mit allen Menschen in deinem Business zusammen. Also suche dir Menschen, die zu dir passen! Nur so kann eine Zusammenarbeit auch wirklich gelingen.

Fazit

Auslagern oder auf neudeutsch Outsourcing ist zwar eine gute Idee.

Bevor du diese jedoch umsetzt, überlege gut was du eigentlich auslagern kannst und auch willst (Achtung! Können und wollen ist nicht immer dasselbe ;-).

Schreiben mal in einem ganz normalen Monat Aufgaben mit, die du abgeben könntest, aber gehe dabei nicht wahllos vor.

Herzlichst, deine

Karin

PS Du willst nun tatsächlich einiges Aufgaben auslagern und weißt nicht, wie du damit anfangen sollst? Wie du Leute finden sollst? Was damit alles verbunden ist? Dann rede mit mir! Nach mehr als 20 Jahren als Führungskraft (inkl. gesamter Geschäftsführung und Personalverantwortung) kann ich dir weiterhelfen.

Du suchst noch mehr Tipps für Solopreneure und EinzelunternehmerInnen? Dann geht es hier entlang.

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