Ein eigener Online-Shop?

By Karin Cvrtila

August 9, 2018


In den letzten Beiträgen der Serie zum Thema „Online Verkaufen“ ging es um den Verkauf und mögliche Formate von digitalen Produkten, also Wissens-/Dienstleistungsprodukten.

Sie haben aber physische Produkte im Portfolio? Dann widmen wir uns heute der Frage, wie Sie Waren online verkaufen können. Und zwar unabhängig davon welche Warengruppen Sie genau verkaufen: von Socken, über Feinkost bis hin zu Möbeln.

Online werden Sie Ihre Waren vermutlich über einen Online-Shop verkaufen wollen. Jedoch, wie auch in der Offline-Welt, stellt sich die Frage: verkaufen Sie über einen eigenen Shop oder über einen Händler, in diesem Fall einer Plattform?

Aber sehen wir uns doch beide Möglichkeiten etwas genauer an:

Der eigene Online-Shop

Die meisten Produzenten wollen einen eigenen Online-Shop ins Leben rufen und selbst über diesen verkaufen.

Technisch ist das heutzutage leicht umzusetzen. Viele Themes haben bereits vorinstallierte Shopsysteme, wie z.B. Woocommerce, die auch Anfängern ermöglichen einen eigenen Shop relativ leicht umzusetzen.

Vorteile von einem eigenen Online-Shops

Klar, es gibt einige Vorteile von einem eigenen Online-Shop: der größte davon ist wohl, dass der Gewinn aus dem Verkauf eines Produkts zur Gänze bei Ihnen bleibt! Sie müssen keine Prozente an einen Händler/Plattform abgeben. Das klingt im ersten Moment sehr verlockend, das kann ich auch gut verstehen.

Ein weiterer Vorteil ist bei einem eigenen Kanal natürlich immer, dass Sie unabhängig von den Strategien anderer sind. Sie können Ihre Preise, Aktionen etc. selbst gestalten und jederzeit ändern.

Nachteile von einem eigenen Online-Shop

Dennoch ist der eigene Online-Shop nicht immer das gelbe vom Ei. Es gibt nämlich auch einige Nachteile, die häufig zu Beginn völlig außer Acht gelassen werden.

Da wird ein Online-Shop gebaut und designed und man hat einen Shop, der sich sehen lassen kann. Nur: dann kommt oft niemand der die Waren auch kauft. Und dann?

Ehrlicherweise muss man nämlich sagen, dass die Marketingbemühungen und auch das -budget für einen Online-Shop relativ hoch sein müssen, um Kunden anzulocken. Es geht um die Reichweite und die Marke.

Wenn Sie bereits eine bekannte, große Marke sind, dann kommt die Reichweite, die Besucher Ihres Online-Shops und somit die Käufer „fast“ von selbst. Aber seien Sie ehrlich: haben Sie diese Reichweite? Die notwendige Bekanntheit? Eine starke Marke?

Die fehlende Reichweite gepaart mit einem sehr kleinen Werbebudget ist der häufigste Grund, warum Online-Shops scheitern.

Hinzu kommt, dass wenn Sie selbst einen eigenen Online-Shop betreiben wollen, Sie selbst auch die Ware ausliefern müssen, Rechnungen stellen und mit Retouren umgehen müssen. Vor allem letzteres wird häufig, auch von großen Plattformen, unterschätzt. Aber heutzutage sind Konsumenten es gewohnt, online gekaufte Ware problemlos auf Kosten des Verkäufers zurückzuschicken. Das kann mit der Zeit richtig teuer werden.

Daneben müssen Sie die Waren in Ihrem Online-Shop aktuell halten. Benötigen entsprechend gute Produktfotos, Beschreibungen etc., um nur einige Voraussetzungen zu nennen.

Dies alles will gut überlegt werden, bevor man mit einem eigenen Online-Shop startet.

Fremde Online-Shops

Daher sollten Sie, zumindest wäre das meine Empfehlung, bevor Sie mit einem eigenen Online-Shop starten eine kleine Recherche machen. Es gibt in den Weiten des Internets nämlich jede Menge Plattformen bzw. Online-Shops für fast jede erdenkliche Warengruppe.

Vielleicht ist so eine Plattform für Sie besser geeignet? Ja, Sie werden einen gewissen Prozentsatz an den Händler/die Plattform abgeben müssen. Im Gegenzug sind Sie aber häufig das gesamte Prozedere rund um die Lieferung und Retourname der Waren los. Häufig sparen Sie darüber hinaus auch Lagerkosten. All dies will und muss bedacht werden.

Fragen, die Sie sich vor der Entscheidung für oder gegen eine fremde Plattform stellen sollten: in erster Linie, ob das eigene Produkt zu der entsprechenden Plattform passt. Ihre Waren werden vermutlich in einem recht großen Konkurrenzumfeld auf der Plattform stehen und auch hier werden Sie je nach Plattform selbst ebenfalls Marketingmaßnahmen ergreifen müssen, um den Verkauf Ihrer Waren anzukurbeln.

Sehen Sie sich bitte auch die jeweilige Reichweite der Plattform genauer an und auch die Werbemaßnahmen der Plattform selbst. Passt das zu Ihnen und Ihrem Produkt?

Genau so wie in der Offline-Welt, ist auch in der Online-Welt die Auswahl der entsprechenden Händler genau zu bedenken und durchzudenken, da das Image der Plattform auch immer auf Ihr Produkt abfärbt.

Die wohl größten bekannten Handelsplattformen sind Amazon und nach wie vor Ebay. Vor allem erstere bietet Ihnen ein Rundumservice bzgl. Lagerhaltung, Abrechnung, Auslieferung und Retouren an.

Daneben gibt es auch viele kleine, spezialisierte Handelsplattformen. Ich habe neulichst übrigens für einen Kunden aus dem Feinkostbereich so eine Recherche durchgeführt und selbst gestaunt, wie viele Plattformen es in diesem Bereich bereits gibt.

Übrigens: Sie müssen sich auch nicht nur auf eine einzige Handelsplattform beschränken, sondern auf mehreren Plattformen präsent sein. Genau so wie in der offline-Welt.

Online Vermarktung Ihrer Produkte für Ihr Offline-Geschäft

Unabhängig davon, ob Sie Ihre Produkte über den eigenen Online-Shop oder einen fremden Online-Shop verkaufen wollen, nutzen Sie die Möglichkeiten der Online-Vermarktung.

Und falls Sie gar keine Waren online verkaufen möchten, sondern weiterhin offline in Ihrem regionalen Geschäft, so können und sollten Sie dennoch die Möglichkeiten des Online-Marketings für Ihr Unternehmen nutzen.

So können Sie online ebenso neue Kunden für Ihr Offline-Geschäft gewinnen. Die Marketing-Maßnahmen müssen in diesem Fall auf Ihre Region abgestimmt sein, aber auch dies lässt das Online-Marketing und die heutigen Technologien zu.

Sie könnten beispielsweise, falls Sie kompliziertere Produkte verkaufen, online Bedienungsanleitungen, wenn nicht sogar Online-Kurse Ihren Kunden als Service zur Verfügung stellen.

Sie könnten Werbung für Ihre offline-Veranstaltungen in Ihrem Geschäft vor Ort online machen.

Jedenfalls sollten Sie auch in diesem Fall über die Möglichkeiten des Online-Marketings und speziell des Content-Marketings nachdenken und zu Ihrem Vorteil einsetzen. Vielleicht beginnen Sie damit und erst in einem zweiten Schritt bieten Sie Ihre Waren über andere Online-Plattformen an. Danach eines Tages vielleicht auch über den eigenen Online-Shop.

Viele Offline-Geschäfte jammern heutzutage über zu wenige Kunden und dass Ihnen „das Internet“ das Geschäft wegnimmt. Aus unternehmerischer Sicht hilft Jammern jedoch wenig, hier gilt es proaktiv zu handeln. Starten Sie heute!

Fazit

Wie so immer kommt es auf die Mischung an. Ich denke, dass es häufig sinnvoll ist, vor allem zu Beginn, über fremde Online-Plattformen die eigenen Waren zu verkaufen. Vorausgesetzt die Rahmenbedingungen passen. Zusätzlich sollte man auch einen eigenen Online-Shop betreiben und daneben die eigene Reichweite aufbauen bis man eventuell eines Tages nur mehr über den eigenen Online-Shop seine Waren vertreibt.

Die Vorteile der Online-Welt sollten sich jedoch alle Produzenten und Händler zu nutzen machen und damit starten Kunden online zu gewinnen.

Herzlichst, Ihre

Karin Cvrtila

PS Falls Sie Hilfe für eine auf Sie abgestimmte Online-Strategie benötigen, auch für physische Produkte, ich bin für Sie da 🙂

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