Markt und Mitbewerb – die 2 unterschätzten Faktoren eines erfolgreichen Online-Business

By Karin Cvrtila

September 3, 2019


Anmerkung: Sehr liebevoll überarbeitet am 8. Juli 2020

Mir fällt immer wieder folgendes auf: während das Bewusstsein für die Wichtigkeit der Analyse der eigenen Zielgruppe steigt – und das freut mich sehr 🙂 – werden 2 Faktoren häufig übersehen: der eigene Markt und Mitbewerb!

Bevor du jedoch mit der Analyse der eigenen Zielgruppe startest, sind zuerst der Markt und der Mitbewerb genauer zu betrachten. Erst dann kommt die Analyse der Zielgruppe, in letztere fließen die Ergebnisse der Analysen vom Markt und Mitbewerb mit ein. Du siehst: alle drei Faktoren – Markt, Mitbewerb und Zielgruppe – gehören zusammen.

Heute geht es um genau diese 2 unterschätzten Faktoren: Markt und Mitbewerb.

Markt und Mitbewerb sind doch offline und online gleich, oder?

Beide, wie auch wir als Unternehmer selbst, unterliegen Veränderungen. Kein Unternehmen ist statisch, sondern entwickelt sich (hoffentlich) weiter. Neue Trends kommen hinzu, die man im Auge behalten muss. Insbesondere die letzten 20 Jahre haben im Zuge des digitalen Wandels gezeigt, dass sich Märkte auch sehr rasant verändern können.

Dies gilt eben sowohl für ein online wie auch ein offline Business. Beim Online-Business kommen noch die Veränderungen durch immer wieder neue Technologien, Tools und Apps hinzu. In diesem Bereich haben wir es teils mit sogenannten disruptiven Märkten zu tun, die häufig online entstanden, Auswirkungen auf ganze Branchen offline haben. Man denke nur an die vielzitierten Beispiele Airbnb oder Uber oder  ….

Es heißt also am Ball zu bleiben!

Leider haben wir auch Beispiele von Unternehmen, die den digitalen Wandel verschlafen haben oder bis heute verschlafen und die Umsätze plötzlich eingebrochen sind. Nun gut, die Corona-Krise hat ihres dazu beigetragen, dass nun die digitale Welt mehr in den Vordergrund tritt, dennoch sieht man nach wie vor Unternehmen, die nicht bereit sind sich nur einen Millimeter in Richtung digitaler Wandel zu bewegen. Das könnte gefährlich werden … 

Werfen wir nämlich einen kurzen Blick auf die letzten 20 Jahre zurück: das berühmteste Beispiel, wie ein erfolgreiches Unternehmen digitale Veränderungen einfach verschlafen hat, wäre Kodak. Was ist passiert?

Kodak war früher mal das Unternehmen für Filmrollen, die man für die Fotografie benötigte, und die Fotoausarbeitung. Tja, und dann kamen die digitalen Kameras, und kein Mensch hat mehr Filmrollen benötigt. Kodak musste daraufhin Insolvenz beantragen. Ok, ein heftiges Beispiel, was passieren kann, wenn man die Entwicklungen und Trends schlicht und einfach verpasst. Heute ist das Unternehmen übrigens vor allem im Bereich digitaler Druck tätig. 

Aber auch wenn du bisher offline tätig warst und nun dein Business mit online Angeboten ergänzen möchtest, heißt es: schau dir bitte Markt und Mitbewerb dazu an. Der Online-Markt kann nämlich häufig ganz anders aussehen als der gewohnte offline Markt.

Angebote werden anders entwickelt, es gibt häufig ganz andere (neue) Mitbewerber, auch die Zielgruppe, insbesondere das Verhalten dieser, kann anders aussehen. 

Daher ist die Analyse des Marktes und des Mitbewerbs wichtig, egal, ob du bereits online tätig bist oder gerade online durchstartest.

Warum soll ich meinen Markt analysieren?

Die Frage, die hier häufig übersehen wird, ist: was ist eigentlich dein Markt? Nun, im Grunde geht es um dein Thema, wenn du Dienstleister bist. Dein Thema bestimmt den Markt auf dem du tätig bist. Über das Thema an sich hast du ja Ahnung 😉 Aber du solltest auch genau wissen in welchem Umfeld du dich mit deinem Thema bewegst.

Die Hauptfrage bei der Analyse des Marktes, die sich stellt, ist: ist der Markt, das Thema, die Branche überhaupt profitabel? Gibt es die Bereitschaft für Dienstleistungen, Angebote, Produkte auch zu zahlen?

Die Sache ist nämlich die: Interesse für ein Thema ist schnell einmal da, aber das heißt (leider) noch lange nicht, dass es auch die Bereitschaft gibt für diese Leistungen Geld in die Hand zu nehmen. Hier wird erfahrungsgemäß häufig zu wenig unterschieden.

Die zweite Frage ist auch, ob der Markt groß genug ist. Und ja, häufig hört man „suche dir eine Nische“, das ist auch oft richtig. Dennoch gibt es dann immer wieder auch Anbieter, die eine zu kleine Nische wählen und bereits das Potential an möglichen Kunden zu klein ist.

Daneben gibt es noch eine Menge an Fragen, die zum Thema Markt, zu beantworten sind und zwar ehrlich und selbstkritisch, um nicht in eine Falle zu tappen.

Was hat der Mitbewerb mit mir zu tun und warum soll ich diesen analysieren?

Ja, ja, ich weiß schon, jeder von uns ist einzigartig und das ist auch gut so.

Dennoch können wir die Augen nicht vor dem Mitbewerb verschließen!

Der erste Schritt dazu wäre genau zu bestimmen, wer den überhaupt der Mitbewerb ist. Wenn du z.B. bisher offline tätig willst und nun online starten willst, dann sind die Mitbewerber offline und online vermutlich ziemlich unterschiedlich und meist nicht dieselben. Das wird häufig übersehen. Ja, vielleicht hast du einen Riesenvorsprung vor deinem offline Mitbewerb, weil du nun eben online aktiv wirst. Aber: online gibt es vielleicht Mitbewerber, die dir bisher offline noch gar nicht untergekommen sind.

Ähnlich verhält es sich mit der Region. Oft passiert Folgendes: wir schielen neidisch in die englischsprachige Welt und denken und „das will ich auch, den Umsatz will ich auch, die Anzahl an Followern bitte her damit“. Nur: wir sind eben nicht auf dem englisch-, sondern deutschsprachigen Markt tätig und dieser ist nun mal kleiner. Ergo sind auch vermeintliche Mitbewerber aus dem englischsprachigen Raum gar nicht unsere Mitbewerber.

Das Wichtigste: eine Mitbewerberanalyse hat nicht den Sinn und Zweck herauszufinden, wer denn nun die „bösen“ Mitbewerber sind – sie sind meistens nämlich gar nicht böse. Eine Mitbewerberanalyse hat auch nicht den Sinn Mitbewerber schamlos zu kopieren! Bitte sehe davon ab!

Ganz im Gegenteil: du willst deine Mitbewerber kennen, damit du dich klar von ihnen differenzieren kannst. Suche nach Merkmalen, die euch unterscheiden, häufig übrigens auch gut ergänzen.

So findest du dann eben deine Positionierung, deine Merkmale, die dich klar von deinem Mitbewerb differenzieren. Und das ist dein Ziel! Dafür musst du aber davor deine Mitbewerber analysiert haben und diese kennen. Das ist übrigens, auch wenn es dir gerade nicht so schmeckt, kein Projekt mit definiertem Start und Ende, sondern ein dauernder Prozess. D.h. du solltest in regelmäßigen Abständen eine Mitbewerberanalyse durchführen.

Du siehst dir lieber ein Video dazu an? Bitteschön:

 

Fazit

Der Markt und der Mitbewerb sind 2 Faktoren, die zwar häufig unterschätzt werden, jedoch zu Beginn jeder Analyse stehen sollten. Hast du schon eine Analyse deines Markts und Mitbewerbs gemacht?

Herzlichst, deine

Karin

PS Du weißt nicht, wie du deinen Markt und Mitbewerb erforschen sollst? Dann habe ich etwas für dich: einen Selbstlernkurs, mit dem du sofort starten kannst, zur Marktanalyse und einen Kurs zur Mitbewerberanalyse – bei beiden zeige ich dir Schritt-für-Schritt wie du bei diesen Analysen vorgehst. Du willst noch mehr zum Markt, Mitbewerb und zu deiner Zielgruppe lesen? Dann geht es hier entlang zu allen gesammelten Beiträgen zu diesen Themen.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published. Required fields are marked

{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}