Online statt offline Workshop – ja, geht das?

By Karin Cvrtila

August 2, 2018


Aktualisiert 2. Juni 2020:

Diesen Sommer habe ich mir vorgenommen die unterschiedlich Varianten von Online-Verkaufsmöglichkeiten darzustellen. Warum? Weil ich glaube, dass die meisten Unternehmer eine Möglichkeit hätten Ihre Produkte oder Leistungen online zu verkaufen.

Nachdem es Beiträge zum Thema Kundengespräche online führen, Onlinekurse und E-Book schreiben gab, widmen wir uns heute der Frage wie wir Workshops online abhalten könnten.

Was ist ein Workshop?

Jetzt kann man natürlich der Meinung sein, dass Workshops so etwas wie ein Onlinekurs sind. Jein! Ein Onlinekurs kann auch als reiner Selbstlernkurs gestaltet sein, ohne dass die Teilnehmer in irgendeiner Weise betreut werden.

Bei einem Workshop geht es jedoch um hohe Interaktion mit den Teilnehmern. D.h. die Teilnehmer lernen und üben bzw. setzen das Gelernte im Rahmen des Workshops um.

Du kennst solche Formate sicher aus der offline Welt von Weiterbildungsveranstaltungen oder Seminaren (Proseminar hieß das damals in Wien) noch auf der Uni.

Sowohl offline als auch online ist bei Workshops die Anzahl der TeilnehmerInnen immer begrenzt. Das macht natürlich Sinn, damit eine bestmögliche Betreuung der TeilnehmerInnen durch die WorkshopleiterIn überhaupt möglich ist.

Der Einwand, dass man ja möglichst viele TeilnehmerInnen im Workshop haben will, kann ich aus unternehmerischer Sicht verstehen. Dennoch rate ich ganz klar, dass du die Teilnehmerzahl begrenzt, um den Erfolg des Workshops sicherzustellen. Oder meinst du, dass eine gleichzeitige Betreuung von 100 Leuten und mehr möglich ist? Ich denke nicht, wenn du tatsächlich jedem Feedback geben möchtest.

Die Dauer eines Workshops ist ebenfalls immer begrenzt. Bei einem Workshop handelt es sich immer um eine intensive, jedoch kurze Zeit in der Wissen aufgenommen und verarbeitet wird. Die meisten Workshops dauern einen Tag oder auch ein Wochenende.

Eine reine Wissensvermittlung, ohne dass die TeilnehmerInnen selbst tätig werden, ist dann eben ein Vortrag oder auch ein Webinar, wenn es online stattfindet.

Zu welchen Themen kann man einen Workshop halten?

Da müsste man jetzt fast die Gegenfrage stellen: zu welchem Thema kann man keinen Workshop halten?

In der offline Welt gibt es Workshops zu allen möglichen Themen: angefangen von unterschiedlichen Business-Themen bis hin zu Hobby-Themen. Nicht anders ist das auch in der online Welt.

Kein Thema ist besser oder schlechter. Es geht immer um die Wissensvermittlung und die Umsetzung durch die TeilnehmerInnen.

Als Dienstleister ist es für dich einfach einen Workshop zu halten: der Inhalt ist dein Thema mit dem du dich jeden Tag befasst. Das kann ein Workshop zum Thema Marketing, PR, Hundetraining, Ernährungsberatung und vieles mehr sein.

Wenn du Händler oder Produzent eines „komplizierteren Produkts“ bist, dann können Workshops ebenfalls Sinn machen. Du kannst deinen Kunden in Workshops den Umgang mit dem betreffenden Produkt erklären.

Das Workshop-Thema sollte jedoch klar abgegrenzt sein, d.h. einen Teil deines Wissens abhandeln. Das Ziel ist immer, dass die TeilnehmerInnen mit einem konkreten Ergebnis den Workshop verlassen. Also packe nicht zu viel in deinen Workshop hinein, das überfordert die TeilnehmerInnen und führt häufig nicht zum Ziel.

Was ist dein Thema? Wozu könntest du einen Workshop halten, unabhängig davon ob offline oder online?

Wer ist die Zielgruppe für deinen Workshop?

Workshops können generell offen oder geschlossen angeboten werden.

Offen bedeutet in diesem Zusammenhang, dass jeder Interessierte an deinem Workshop teilnehmen kann. Der Großteil der angebotenen Workshops fallen in diese Kategorie.

Du kannst aber auch nur einem geschlossenen Kreis an potentiellen Teilnehmern einen Workshop anbieten, eben z.B. deinen bestehenden Kunden oder Kunden, die ein bestimmtes Produkt bei dir gekauft haben und noch Erklärungen dazu brauchen.

Worüber du dir ebenfalls Gedanken machen musst, ähnlich wie auch bei einem Onlinekurs: wer ist deine genaue Zielgruppe? Ich meine sprichwörtlich „genaue“ Zielgruppe.

Hier reicht nicht zu sagen „alle, die sich für mein Thema interessieren“, weil es auch innerhalb dieser Zielgruppe Unterschiede gibt. Ist dein Workshop eher für Anfänger oder Fortgeschrittene geeignet? Welche Voraussetzungen benötigen die TeilnehmerInnen, um Nutzen aus dem Workshop zu ziehen?

Die Zielgruppe genau zu bestimmen ist einer der grundlegenden Voraussetzungen, damit dein Workshop ein Erfolg wird.

Ich kann dir aus langjähriger Lehrtätigkeit an Unis und Weiterbildungsakademien versichern, dass es nichts Schlimmeres gibt, als eine – hinsichtlich dem Ausgangswissensstand – gemischte Gruppe. Alle nehmen am Workshop teil, aber du als Workshopleiterin stehst vor dem Problem, dass sich Fortgeschrittene in der Gruppe langweilen und auf der anderen Seite Anfänger überfordert fühlen. Hier die Balance zu finden ist fast unmöglich.

Überlege daher zu Beginn für wen du den Workshop machen möchtest. Es ist ja durchaus denkbar und auch empfehlenswert, dass es einen Workshop für Anfänger gibt und einen für Fortgeschrittene. Die TeilnehmerInnen werden es dir danken!

Wie kann man einen Workshop online durchführen?

Aber wie können wir dieses spannende Format nun eigentlich online durchführen?

Grundsätzlich gilt dasselbe wie bei offline Workshops. Du musst dir, wie zuvor erwähnt, ebenso über die Voraussetzungen Gedanken machen.

Online kommen zwei weitere Faktoren hinzu: die Technik und meist auch das Marketing.

Die Technik bei Online Workshops

Die Technik ist machbar, das meine ich ernst 🙂 Du benötigst lediglich ein Tool, wo du mit deinen TeilnehmerInnen kommunizieren, diese Fragen stellen, du Präsentationsunterlagen oder Übungen am Bildschirm zeigen kannst. Dafür gibt es mittlerweile jede Menge an Tools, die für genau solche Formate geeignet scheinen.

Sieh dir dazu Zoom, WebinarJam oder ClickMeeting an. Und ja, das sind auch Tools für Webinare oder auch, um einfach Online-Meetings abhalten zu können. Wenn du sowohl Online-Meetings als auch Workshops halten willst, dann entscheide dich für ein Tool! Das hat neben den geringeren Kosten auch den Vorteil, dass du dich nicht ständig in neue Tools einarbeiten musst.

Dann benötigst du noch eine Lösung, um sich während der Arbeitsphasen mit deinen TeilnehmerInnen austauschen zu können bzw. damit die TeilnehmerInnen deines Workshops Ergebnisse herzeigen können.

Die einfachste Möglichkeit dazu ist eine Facebook-Gruppe einzurichten. Hier können einfach Fragen gestellt und Unterlagen/Fotos/Videos hochgeladen werden. Aber es gibt einen Nachteil: denke daran, dass nicht alle deine TeilnehmerInnen automatisch Facebook nutzen.

Es gibt jedoch immer mehr Plattformen und Tools, neben Facebook, die einen Austausch ermöglichen. Entscheide dich aber bitte für eine Plattform, damit deine TeilnehmerInnen sich auch untereinander austauschen können und nicht ein Teil auf Facebook unterwegs ist und der andere Teil auf einer anderen Plattform. Ein Austausch unter den TeilnehmerInnen ist online möglich und ebenso wichtig wie bei einem offline Workshop.

Das Marketing bei Online Workshops

Das Marketing, also das Finden von ausreichend TeilnehmerInnen für deinen Workshop, wird offline häufig durch einen Seminaranbieter abgenommen.

Wenn du jedoch selbst online einen Workshop durchführen möchtest, dann musst du dir Gedanken darüber machen, wie du TeilnehmerInnen findest.

Bei einem geschlossenen Workshop ist es noch relativ einfach: du fragst einfach deine eigenen Kunden. Bei einem offenen Workshop musst du dir mehr Gedanken zum Marketing machen.

Nun gibt es auch Plattformen wie Edudip oder Udemy, die neben der Technik deine Workshops, Kurse und Seminare auch verkaufen. Du befindest dich dort jedoch in einem hohen Wettbewerbsumfeld und häufig ist es auch so, dass die Plattformen selbst Einfluss auf deine Preise nehmen können. Vor allem letzteres sollte in deiner Hand bleiben.

Um Teilnehmer für den eigenen Workshop zu finden, gibt es sehr viele Möglichkeiten. Einige seien hier aufgezählt:

  1. Deine eigene E-Mail Liste, sofern du eine hast (wenn nicht, dann versuche bitte, bitte, bitte schnellstmöglich eine aufzubauen)
  2. Facebook-Ads
  3. Google-Adwords
  4. Sonstige Social Media Plattformen, die fast alle auch über Anzeigenmöglichkeiten verfügen wie Instagram, Pinterest, LinkedIn etc
  5. Ein zuvor geschaltenes Webinar
  6. Eine zuvor durchgeführte Challenge
  7. Kooperationen
  8. Klassische Inserate (offline oder online) in für dich und dein Thema relevanten Medien
  9. etc, etc, etc

Welche dieser Methoden bzw. welche Kombination an Methoden für dich am geeignetsten sind, hängt vor allem von deiner Zielgruppe, deinem Thema, deinem Mitbewerb und deinen eigenen Voraussetzungen ab.

Fazit

Ein Workshop ist jedenfalls ein ausgezeichnetes Format, um in kurzer Zeit dein Wissen an Interessierte weiterzugeben. Das, aus meiner Sicht, spannendste ist, dass du an deinen TeilnehmerInnen so nahe dran bist, sodass du ihren Fortschritt mitbekommst und unterstützend eingreifen kannst.

Definitiv können Workshops auch online sehr gut durchgeführt werden und sind daher eine Überlegung wert. Wie immer bei online Angeboten gibt es einen unschlagbaren Vorteil: im Gegensatz zu offline angebotenen Workshops kannst du TeilnehmerInnen „aus der ganzen Welt“ gewinnen und bist nicht länger nur auf deine Region beschränkt!

Herzlichst, deine

Karin Cvrtila

PS Wenn du noch mehr zu digitalen Geschäftsmodellen lesen willst, dann habe ich hier eine Übersichtsseite für dich erstellt mit allen bisher erschienen Artikeln zum Thema.

Übersichtsseite Angebote: vermeide diese 5 Fehler
Kleine online Produkte – ein Plädoyer
Angebotspalette entwickeln für Ihr Online-Business
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  1. Bei der Durchführung von Workshops und Seminaren muss ich vor allem im Internationalen Bereich immer wieder auf Online Plattformen zurück greifen.
    Ich bin auf der Suche nach einer Plattform welche den Teilnehmer die Möglichkeit bietet in andere Räume (Gruppen) zu gehen, um dort in Teams Aufgaben zu erledigen bzw. Übungen durchzuführen.

    Kennen sie solche online Plattformen außer Blackboard ?

    1. Hallo Markus,

      Ja, Zoom kann das. Nennt sich „Breakout-Room“, da kann man Teilnehmer eben in andere Räume schicken (auch mehrere), dort zusammenarbeiten lassen und dann wieder zurück in den „Hauptraum“ lassen. Für Workshops sehr gut geeignet. Ich habe erst gestern wieder damit mit einer Gruppe gearbeitet. Bei Zoom ab der Pro-Variante (so ca. 13 Dollar/Monat, man kann aber auch nur 1 Monat buchen) möglich.

      Lieben Gruß und weiterhin viel Erfolg
      Karin

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