Kleine online Produkte – ein Plädoyer

By Karin Cvrtila

September 10, 2020


Heute möchte ich deine Aufmerksamkeit auf „kleine“ online Produkte in deinem bestehenden oder künftigen Business lenken. Diese werden nämlich aus meiner Sicht häufig als Möglichkeit unterschätzt bzw. gibt es kaum.

Die Meisten denken vor allem beim Start in ein Online-Business gleich an Riesen-, ja fast Monsterprodukte. Wie z.B. einen großen Onlinekurs oder gar ein Jahresprogramm.

Ich verstehe das auch: man startet schließlich voller Euphorie hat 1000 Ideen im Kopf und ist angetrieben vom Gedanken möglichst viel von seinem Wissen in einen Kurs zu stecken, naturgemäß kann der Kurs dann nur sehr groß werden. Mir ging es übrigens nicht anders! 😉

Die Sache mit den Riesen-Online-Produkten hat nur ein paar Haken:

Die Fallstricke bei großen online Produkten

Die beiden größten Fallstricke sind, meiner Meinung nach, folgende:

1. So ein Monsterkurs benötigt viiiiel Zeit für die Erstellung, das geht leider nicht über Nacht, sondern man muss sich richtig reinknien. Wozu man zu Beginn (und auch später) zwar die Motivation hätte, der Zeitaufwand aber dennoch gerne unterschätzt wird.

Und so fängt man an den eigenen Riesenkurs zu entwickeln, dreht Videos, schneidet diese, erstellt Texte und Präsentationsunterlagen, nimmt Audios auf, erstellt Checklisten und Vorlagen, überlegt sich relevante Übungsaufgaben, erstellt Arbeitsblätter und und und.

Ich glaube nun wird klar, dass sich eben ein Online-Kurs von großem Umfang unmöglich mal schnell nebenbei erstellen lässt.

Wenn du nun aber so ein großes Programm vor dir hast, fängst du zwar motiviert an, aber der Berg an Arbeit, der vor dir liegt, mag dir unendlich groß erscheinen und du hast vielleicht sogar das Gefühl, dass die Erstellung des Online-Kurses kein Ende nimmt.

Die Folge: der Lieblingskurs wird nie fertig und erblickt leider auch nie das Licht der Welt! Und das, obwohl du wirklich viel Zeit (und auch teils Geld) in die Entwicklung hineingesteckt hast. Das wäre doch schade, oder?

2. Der 2. Fallstrick liegt im Glauben „viel Inhalt bedeutet viel Nutzen für deine Kunden“. Nur: VIEL bedeutet nicht immer gut! Klar, du willst all dein Wissen in dieses eine Angebot stecken, verstehe ich, aber stell dir ernsthaft die Frage: brauchen deine Kunden tatsächlich ALLES? Oder hilft es ihnen nicht doch mehr, wenn sie dein Wissen in komprimierter Form erhalten?

Nicht nur für dich als Online-Kurs Entwickler kann ein riesengroßer Kurs zur echten Herausforderung werden, sondern ebenso auch für deine Kunden, die diesen Kurs, ebenfalls mit viel Zeitaufwand, durcharbeiten sollen. Die Folge ist leider häufig, dass diese Kurse von den Kunden nie zu Ende gemacht werden bzw. das Gelernte umgesetzt wird.

Ebenfalls schade, oder?

Was wollen deine Kunden?

Nun geht es jedoch bei unseren Online-Angeboten (gilt übrigens auch für offline) nie darum, was wir wollen, sondern eben was unsere Kunden wollen! Das ist der entscheidende Punkt, ob sich dein mit viel Liebe und Mühe erstellter Onlinekurs (oder auch ein anderes online Angebot) verkauft oder eben nicht.

Denke daher bei der Erstellung deines Kurses (oder auch Online-Angebotes) an eines: der Kunde will sein Problem gelöst haben und will nicht (in den meisten Fällen zumindest) selbst zum Experten werden!

Die Frage, die dahinter steckt, ist also: was hilft deinen Kunden in möglichst kurzer Zeit weiter? Wie kannst du deine Inhalte so vermitteln, damit dein Kunde tatsächlich Ergebnisse erhält?

Meistens ist es nämlich so, dass Kunden Ergebnisse erhalten, auch wenn sie nicht bis ins letzte Detail in dein Thema einsteigen. Ganz in Gegenteil: vernünftig aufbereitete, komprimierte Inhalte helfen Kunden oft viel mehr weiter.

Weiters kommt hinzu, dass Kunden nicht immer ein Riesenprodukt benötigen. Häufig sind sie auf der Suche nach einer sehr speziellen Lösung für ein „kleineres“ Problem, das bei ihnen jedoch gerade an Dringlichkeit zunimmt. Hinzu kommt, dass Kunden, die eben nicht Experten in deinem Fachbereich sind – sonst würden sie nämlich nicht zu dir kommen – oft die weiteren Probleme die nach der Lösung ihres vordringlichen Problems auftauchen, schlicht und einfach nicht sehen.

Unabhängig davon, ob du ein kleines oder großes Online-Produkt anbieten willst, das Wichtigste ist: was wollen eben deine Kunden? Frag sie doch mal! 

Kleine online Produkte

Die Lösung könnte eben auch darin liegen, dass du kleinere Produkte online anbietest. Es muss, wie gesagt, nicht immer das eine Riesen-Produkt sein. Und aus dem zuvor Gesagten (ok, eigentlich Geschriebenen 😉 siehst du glaube ich schon, dass eben ein Monster-Angebot nicht immer die beste Lösung für dein Online-Business sein muss.

Natürlich gibt es auch bei kleineren Online-Produkte so manche Vorteile, aber auch den ein oder anderen Nachteil, beide sehen wir uns nun mal näher an:

Vorteile von kleinen online Produkten

Kleinere online Produkte eignen sich vor allem, aber nicht nur (!), beim Start in ein Online-Business.

Du magst jetzt vielleicht einwenden „aber ich höre doch immer wieder, dass ich mit einem hochpreisigen Produkt anfangen soll, das kann ja nur groß sein“. Oh ja, das höre ich auch immer wieder. Aber die Sache ist die: wenn du erst startest und dich potentielle Kunden noch nicht kennen, dann habe ich meine lauten, nicht leisen, Zweifel daran, dass sie dir dann gleich 10.000 Euro oder mehr in den Rachen werfen werden.

Wie immer, und das hörst du von mir oft, braucht es davor Vertrauen, je mehr Vertrauen desto besser, es kann gar nicht zu viel an Vertrauen geben.

Warum also ein kleineres Produkt? Die Vorteile von kleineren Produkten liegen vor allem in den folgenden 3 Punkten:

1. Du kannst ein kleineres Produkt viel schneller anbieten, weil du es eben rascher entwickeln und auch erstellen kannst. Netter Nebeneffekt davon: du hast dadurch auch eine Möglichkeit eben schneller Geld zu verdienen.

2. Deine Kunden auf der anderen Seite haben die Möglichkeit zuerst einmal eine „kleine“ Kostprobe von dir zu kaufen und somit dich und deine Arbeitsweise näher kennenzulernen. Du baust somit auch Vertrauen auf und sie werden danach eher bereit sein auch ein teureres oder eben größeres Produkt von dir zu kaufen.

3. Dadurch, dass du ein kleines Produkt schneller erstellen kannst ist dieses meist auch in der technischen Umsetzung einfacher. Bei einem Online-Kurs beispielsweise nimmt der technische Part einen nicht zu unterschätzenden Anteil deiner Zeit in Anspruch. Ein kleines Produkt hingegen kannst du auch mit einfachen Mitteln umsetzen und letztlich schneller am Markt anbieten.

Nachteile von kleinen online Produkten

Wo ein Vorteil, da auch ein Nachteil heißt es nicht umsonst. Und natürlich gibt es auch bei kleineren online Produkten eben auch Nachteile.

Der größte Nachteil gegenüber großen und somit auch teureren Produkten ist, dass du entweder in Kauf nimmst eben vorerst weniger Umsatz zu erwirtschaften oder du eben mehr Kunden benötigst, damit du auf einen ähnlich hohen Umsatz wie bei einem großen Produkt kommst.

Vor allem wegen letzterem Grund sind kleinere Online-Produkte auch durchwegs für Unternehmer geeignet, die bereits länger online tätig sind. Hier können kleinere Online-Produkte eine sehr gute Ergänzung zu den großen Onlinekursen oder auch Signature Programmen sein – also Angeboten, für die du bekannt bist.

Denk einmal darüber nach, was du an kleineren Produkten, die deinen Kunden schnell weiterhelfen anbieten könntest.

Was sind nun kleine online Produkte?

Generell ist mit kleineren online Produkten gemeint, dass dies Angebote sind, die schnell konsumierbar sind, d.h. deine Kunden schnell zum Ziel führen und somit ein „kleineres“ Problem deines Kunden lösen können. Das schlägt sich klarerweise auch in einem günstigeren Preis nieder.

Ein Format könnten z.B. Workshops sein, da die meisten ja in Onlinekursen denken. Ein Workshop kann von einem halben Tag bis hin zu ein paar Tagen dauern, ist aber klar um einiges kleiner als ein gesamter Onlinekurs.

Ein Workshop muss auch ein klares Ergebnis für deinen Kunden haben: also was hat dein Kunde am Ende des Tages?  Bei einem Workshop geht es vor allem immer stark um die Umsetzung, klar du lieferst auch Input, aber du hilfst deinen Kunden diesen Input im Rahmen des Workshops auch umzusetzen. Du kannst dir das ruhig ähnlich wie einen offline Workshop vorstellen – mehr dazu geschrieben habe ich hier einmal.

Ich selbst habe übrigens auch mit Workshops angefangen und mag dieses Format auch sehr, weil du eben in kurzer Zeit Kunden tatsächlich weiterbringst und das ist auch als Anbieter eine sehr zufriedenstellendes Ergebnis 🙂 . Eine gute Strategie z.B. wäre, dass du mehrere Workshops machst, die dann mit der Zeit irgendwann in einem größeren Kurs aufgehen dürfen! Es muss nicht immer alles klein bleiben 😉

Kleinere online Produkte können auch ganz andere Formate sein, wie z.B.:

  • kleine Anleitungen
  • Vorlagen
  • Checklisten
  • Kalender
  • Erklärvideos
  • Workbooks
  • etc

Möglichkeiten gibt es fast unendlich viele! Deiner Fantasie sind hier fast keine Grenzen gesetzt und genau das macht kleine Online-Produkte aus meiner Sicht auch so interessant! Lass deine Ideen fließen.
 

Du siehst dir lieber ein Video an, dann hier für dich:

 

Fazit

Du musst nicht immer ein Riesenprodukt online anbieten, oft kommst du mit kleineren Produkten sogar weiter. Wichtig ist nur, dass du, ob online oder offline, Angebote entwickelst, die deine Kunden auch wollen. Denn nur für diese wirst du in weitere Folge auch ausreichend Kunden gewinnen.

Hast du schon kleinere online Produkte bzw. Angebote in deinem Portfolio? Oder vielleicht nun die ein oder andere Idee dazu?

Herzlichst, deine

Karin

PS Ich weiß, das sagt sich oft einmal so leicht „biete Angebote an, die deine Kunden auch wollen“. Die Frage ist nur: was wollen deine Kunden? Dazu habe ich ein Programm entwickelt, wo wir uns genau diesem Thema widmen: wir machen gemeinsam eine Umfrage (und zwar so wie die Profis) und entwickeln eben danach auf Basis der Ergebnisse aus der Umfrage Angebote, die deine Kunden lieben werden. Mehr über das „Was Kunden wollen Programm“ kannst du hier nachlesen.

Und wenn du noch mehr über Geschäftsmodelle nachlesen willst, dann habe ich hier auf einer Seite für dich Artikeln zum Thema aufgelistet, die bisher erschienen sind.

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