Platz 1 bei Google – stimmt deine Interpretation des Google rankings?

By Karin Cvrtila

Februar 10, 2022


Dieser Beitrag (so wie das Video) stammt ursprünglich aus 2019 und wurde von mir im Februar 2022 liebevoll überarbeitet und erheblich erweitert - ganz im Sinne der Optimierung von Blogbeiträgen 😉 

Du hast festgestellt, dass du bei Google auf Platz 1 stehst? Dann möchte ich dir dazu herzlichst gratulieren! Das wünscht sich ja jeder von uns, oder?

Und wenn dir das gelungen ist, dann steckt da vermutlich einiges an Arbeit drinnen. Wie du den eigenen Blogbeitrag optimieren kannst, damit dieser auch gefunden wird, habe ich schon einmal in einer kleinen Anleitung beschrieben

Das ist auch wichtig, weil wenn niemand deine Blogbeiträge konsumiert, so macht Content Marketing nur wenig Sinn. Klar ist auch, dass die meisten deiner BesucherInnen über einen Blogbeitrag bei dir auf der Website landen werden und eben nicht über die Startseite, wie wir alle oft glauben bzw. es uns vorstellen.

Dennoch seien 2 kritische Fragen erlaubt:

  1. Überoptimierst du vielleicht deine Blogbeiträge?
  2. Bist du tatsächlich auf Platz 1 bei Google?

Und genau auf diese 2 Fragen möchte ich heute näher eingehen:

Überoptimierung von Blogbeiträgen

Jeder von uns will auf Platz 1 bei Google stehen, klar! Aber, manchmal wird es auch ein wenig übertrieben mit der Optimierung und das ist eine Falle, in die du keinesfalls tappen solltest.

Was? Du hast doch gerade gesagt Karin, dass ich meine Blogbeiträge optimieren soll. Ja, sollst du definitiv! Aber übertreibe es nicht.

Google ist nämlich gescheiter, als man denkt und erkennt z.B. auch Synonyme von einem Wort. D.h. du musst nicht krampfhaft danach trachten, dass du beim Plugin YOAST auf dunkelgrün mit deinem Blogbeitrag kommst oder bei Rankmath auf sensationelle 100%. 

Vielleicht kennst du ja mein Credo: du schreibst für deine LeserInnen und nicht für Google!

Deswegen schreibe zuerst deinen Text und optimiere ihn erst zum Schluss. So stellst du nämlich sicher, dass du für deine LeserInnen schreibst und eben nicht für Google.

Ein Text sollte nämlich immer lesbar sein und auch Spaß machen zu lesen. D.h. auch dein ganz eigener Schreibstil, deine Stimme, sollte im Text klar herauskommen.

Ein Blogbeitrag ist ja kein wissenschaftlicher Text, daher gelten auch andere Regeln.

In erster Linie: deine LeserInnen sollen natürlich Mehrwert für sich mitnehmen, aber sie sollen dich auch möglichst gut kennenlernen und das erreichst du, indem du dich eben auf die LeserInnen konzentrierst und für diese in deiner (aber für sie verständlicher) Sprache schreibst. 

Im Klartext: lass deine Stimme durchklingen im Text, aber verzichte bitte auf deine ExpertInnen-Sprache (also auf bestimmte Fachausdrücke). Das ist nicht ganz leicht, aber wie heißt es so schön "Übung macht den Meister" - auch das ein Grund eben regelmäßig Blogbeiträge zu schreiben 😉 

Texte, die nur für Google geschrieben wurden, erkennt man häufig, weil sie häufig etwas holprig klingen. Übrigens, Google selbst erkennt das auch - die sind ja auch nicht blöd.

So gab es früher viele Tricks, die man anwenden konnte, um von Google besser gefunden zu werden. Mittlerweile werden solche Tricks von Google (zu Recht) sogar mit einem schlechteren Ranking abgestraft.

Also merke: schreib für deine LeserInnen, aber vergiss auch nicht auf Google! Beides ist vereinbar und das eine schließt das andere eben nicht aus 🙂

3 Fragen, um deinen Platz 1 bei Google zu verifizieren

Gleich vorweg: Ich will nicht deine Freude trüben, falls du mit einem deiner Blogbeiträge auf Platz 1 rankst, aber hast du tatsächlich das gemessen, was du messen wolltest?

Vor allem letztere Frage stellt sich immer wieder, wenn wir uns auf die Analyse und Interpretation von Zahlen und Ergebnissen einlassen.

Das ist in der wissenschaftlichen Studien-Interpretation so, aber auch bei Daten, die unser Online-Business betreffen. Das Ding nennt sich Validität und ist eine der 3 Gütekriterien, wenn es um die Messung von Zahlen geht - das nur so nebenbei 😉

Deswegen möchte ich dich heute auf 3 mögliche Fehler bei der Interpretation deiner „Google-Ergebnisse“ aufmerksam machen, damit du diese eben nicht machst und deinen Platz 1 in Google auch entsprechend feiern kannst 😉

1. Was genau hast du als Keyword, also Suchbegriff, eingegeben, um das Ergebnis Platz 1 zu erhalten?

Also: z.B. wenn ich Karin Cvrtila oder TILA DIGITAL in Google eingebe, was glaubst du passiert? Ich bin auch Platz 1 - Hurra!

Es gibt nur einen Haken dabei: wer sucht nach Karin Cvrtila oder TILA DIGITAL (ok, die Google Search Console sagt mir, dass tatsächlich ein paar wenige nach diesen beiden Namen googeln - Cvrtila übrigens in den lustigsten Varianten geschrieben 😉 Verstehe ich ja! Und jetzt weißt du auch, warum mein Unternehmen eben nicht Karin Cvrtila heißt, sondern TILA DIGITAL 😉 ).

Aber zurück zum Thema: auch wenn du einen Beitrag über ein sehr spezifisches Thema geschrieben oder eine sehr spezifische Formulierung verwendet hast und diese googelst, dann wirst du klarerweise auf Platz 1 stehen! Aber wieder: wer sucht bitte danach?

2. Stimmen deine Keywords mit deinem Thema, Unternehmen, dir und deiner Zielgruppe überein?

Vielleicht hast du sogar einen Blogbeitrag, der z.B. Methoden beschreibt, mit denen du arbeitest. Und hier stellt sich wieder die Frage: wer sucht danach?

Ich vermute mal andere ExpertInnen, aber vermutlich nicht deine Zielgruppe! Deine Zielgruppe wird nach der Lösung ihres Problems suchen, aber nicht nach einer Methode. Du erreichst eben Platz 1 nur leider bei der falschen Zielgruppe.

Und noch ein Fehler kann in diesem Zusammenhang leicht passieren: du rankst für ein Keyword, das jedoch in einem anderen Zusammenhang verwendet wird und erreichst wieder die falsche Zielgruppe. 

Das ist mir selbst auch schon passiert - ein einfaches Beispiel: ich habe tatsächlich einen Blogbeitrag, dessen Titel "dein Zahlenspiel im Online Business". Der Beitrag ist nicht auf das Keyword Zahlenspiel (auch wenn er im Titel steht) optimiert.

Warum nicht? Wenn du in Google "Zahlenspiel" eingibst, dann kommen eben sehr viele Seiten zu Zahlenspielen für Kinder (mein Blogbeitrag ist aber für UnternehmerInnen, also Erwachsene) oder zu Sudoku (in dem Beitrag wirst du aber auch kein Sudoku-Spiel finden, auch wenn ich - zahlenverliebt, wie ich bin - Sudokus liebe!!! 😉). 

Lege daher fest, für welche Keywords du tatsächlich gefunden werden willst! Denke dabei ganz stark an deine Zielgruppe, wie diese spricht und bewege dich weg vom eigenen ExpertInnen-Sprech.

3. Haben die Suchbegriffe, unter denen du gefunden wirst, auch ein entsprechendes Suchvolumen?

D.h. wird nach diesen Keywords regelmäßig und viel gesucht?

Die Sache ist nämlich die: es ist super, wenn du auf Platz 1 bei Google stehst, schließlich werden die Suchergebnisse auf Platz 1 laut Studien zu 30% geklickt. Und 99% der Google-Nutzer schauen überhaupt nur auf Seite 1 von Google und eben nicht weiter. 

Diese Zahlen erklären, warum es nicht egal ist, ob du auf einem der vorderen Ränge stehst oder auf Platz 285 mit deinem Blogbeitrag rankst.

Aber: du kannst, wie wir in Punkt 1 gesehen haben, auch mit Keywords auf Platz 1 bei Google stehen und trotzdem eben keinen Traffic generieren.

Warum? Weil schlicht und einfach niemand nach deinem Keyword-optimierten Blogbeitrag sucht. Niemand!

Bei deiner Keyword-Recherche ist es daher essenziell, dass du dir das Suchvolumen deiner Suchbegriffe anschaust und nur Suchbegriffe nimmst, die tatsächlich von Leuten auch in ausreichendem Maß gesucht werden.

Das heißt jetzt übrigens nicht, dass du nur Keywords mit einem Suchvolumen von 10.000 und mehr im Monat auswählen sollst. Das sind nämlich meist Keywords, die hart umkämpft sind und wo wir ehrlicherweise sagen müssen, dass es als EinzelunternehmerIn schwierig wird hier gegen die Großen dieser Welt mit enormen Budgets und ganzen SEO-Abteilungen anzukämpfen.

Es reichen eben auch "kleinere" Suchvolumina aus, um für stetigen Traffic auf deiner Website zu sorgen.

In einem der Freitagskaffees habe ich auch über diese 3 Fragen gesprochen:

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Muss jeder Blogbeitrag bei Google auf Platz 1 stehen?

Aus zuvor Geschriebenem und meiner Hoffnung, dass du ja nicht nur einen Blogbeitrag alle paar Monate, sondern hoffentlich regelmäßig schreibst, ergibt sich die logische Frage: muss jeder Blogbeitrag bei Google auf Platz 1 stehen?

Merke dir bitte eines (vielleicht auch als kleine Motivation eben regelmäßig Blogbeiträge zu schreiben): du profitierst eben auch von alten Blogbeiträgen. Mein meistgelesener Blogbeitrag ist 3 Jahre alt und dennoch kommen nach wie vor sehr viele BesucherInnen über genau diesen Blogbeitrag zu mir auf die Seite.

Super erstmal! D.h. aber im Umkehrschluss auch, dass du auf deine alten Blogbeiträge nicht vergessen solltest. Sie sind recht fleißig und bringen uns neue LeserInnen, auch wenn wir gerade nichts tun. Und genau deswegen sollten wir auch unsere alten Blogbeiträge überarbeiten und aktualisieren (so wie ich diesen hier).

Bei der Gelegenheit bietet es sich an, dass diese auch für Google optimiert werden, wenn auch hier mit Vorsicht umzugehen ist!

Die schlechte Nachricht: du wirst nicht mit jedem Blogbeitrag auf Platz 1 bei Google kommen

Nun kommt man sehr schnell und leicht in Versuchung - im Grunde der Traum jedes Blogbetreibers - jeden einzelnen Blogbeitrag so zu optimieren, dass dieser auf Platz 1 bei Google landet.

Verstehe ich!

Wird das gelingen? Hier ein klares: nein, wird es nicht, sorry!  Du wirst nicht mit jedem Blogbeitrag auf Platz 1 landen, verabschiede dich bitte daher von diesem Gedanken. Tut mir leid, das so hart auszusprechen, aber ich will dir ja keine falschen Hoffnungen machen.

Einem überoptimierten Text (siehe auch weiter oben) merkt man häufig an, dass er eben nur für Google und nicht für deine LeserInnen geschrieben wurde. Davon hast du dann herzlichst wenig, wenn du zwar gefunden wirst, der Text aber nicht gelesen wird (auch das kannst du übrigens messen!).

Die gute Nachricht: es reichen ein paar wenige, aber gut laufende Blogbeiträge

Was ist damit gemeint?

Im Grunde reicht es aus, wenn du ein paar Blogbeiträge hast, die so wirklich gut laufen. D.h. du hast ein Keyword, das genau zu deinem Thema passt, häufig gesucht wird und mit dem dazugehörigen Blogbeitrag stehst du auf Platz 1 bei Google.

Dieser Blogbeitrag bringt dir immer und immer wieder neue BesucherInnen auf deine Website. Vielleicht hast du eben auch nicht nur einen Blogbeitrag, der tatsächlich gut läuft, sondern ein paar davon - super!

Und genau danach solltest du streben! Das sollte dein Ziel sein.

Was im Volksmund oft über die Taube am Dach und den Spatz in der Hand zu hören ist, lässt sich auch auf deine Blogbeiträge übertragen:

Viele Blogbeiträge mit weniger Suchvolumen bringen oft mehr, weil du leichter auf Platz 1 kommst und jeder dieser Blogbeiträge dir vielleicht ein paar Besucher reinspült, das aber jeden Monat! In Summe kann das schon etwas ausmachen! Hier 100 BesucherInnen dort 80, dann wieder 250, dann 560 ...

Eine kleine Warnung zum Schluss

Haha, ich weiß schon, was du dir nun insgeheim denkst: hey, das ist ja super, dann muss ich ja gar nicht wöchentlich einen Blogbeitrag schreiben, sondern brauche insgesamt nur 2 oder 3 Blogbeiträge, die gut laufen und gut ist.

Sorry, so läuft es nicht! 😉

Dagegen sprechen 3 schwergewichtige Argumente:

  1. Du weißt nicht im Vorhinein, ob dein soeben geschriebener Blogbeitrag Platz 1 erreicht! Ja, auch dann nicht, wenn dir Rankmath stolz verkündet 100% der Punkte erreicht. Das braucht seine Zeit bis der Google Algorithmus deinen Blogbeitrag bemerkt (auch wenn du Google da ein bissi anstupsen kannst) und auch deine LeserInnen deinen Blogbeitrag finden.
  2. Du kennst vielleicht mittlerweile mein Credo: du schreibst in erster Linie für deine LeserInnen und nicht für Google!
  3. Daraus folgt: Content Marketing ist nicht nur "super optimierte SEO Blogbeiträge" zu haben, sondern deinen LeserInnen, den AbonnentInnen deines Newsletters, deinen Followern und Fans auf diversen Social Media Plattformen regelmäßig Inhalte zu liefern und dies gelingt am leichtesten eben über neue Blogbeiträge. Dann erübrigt sich nämlich die Frage "was soll ich jetzt schon wieder meiner Liste schreiben" und auch "was soll ich jetzt schon wieder posten"!

Also nix da, keine Ausreden: schreibe regelmäßig Blogbeiträge, optimiere diese, so gut es geht und denke dabei an deine LeserInnen.

Fazit

Falls du nun festgestellt hast, dass deine Keywords wenig Sinn ergeben oder nicht zum gewünschten Ergebnis führen, dann kannst du auch deine älteren Beiträge überarbeiten und Keywords definieren, die dich tatsächlich auf Platz 1 bei Google hieven.

Und bei deinen künftigen Beiträgen solltest du so oder so eine Keyword-Recherche machen, noch bevor du einen neuen Beitrag verfasst.

Viel Erfolg!

Herzlichst, deine

Karin

PS Wenn du über die Optimierung deiner Blogbeiträge (aber auch deiner gesamten Website), deines Newsletters, Social Media Kanäle und vor allem deines Verkaufsprozesses nachdenkst, dann schau dir mal den Analytics-Kurs an - dort beschäftigen wir uns genau mit diesen Dingen🙂

Und falls du nach noch mehr Informationen rund um Analytics suchst, dann schau einmal auf die Übersichtsseite Analytics für Einzelunternehmer und kleine Unternehmen.

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  1. Liebe Karin
    Wieder ein sehr interessanter Artikel! Und ja, mir ist es auch schon oft begegnet, dass Leute sagen, ich bin ja auf Platz 1, wenn man meinen Namen eingibt. Nur den gibt eben keiner ein, wenn man nicht schon einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht hat.
    Die Überarbeitung von alten Blogbeiträgen ist sehr wichtig, habe ich bei meinem Weihnachtsartikel gesehen, der auch in diesem Jahr wieder sehr gut gelaufen ist. Hier gilt zu beachten: wenn man bereits ein gutes Ranking hat, sollte man den Permalink nicht ändern, sonst ist die gute Platzierung hin.
    Viele Grüße und danke für den tollen Artikel!
    Martina Schmid

    1. Liebe Martina,

      vielen lieben Dank!
      Ja genau und gleichzeitig werden die „alten“ Artikel gerne unter den Tisch gefallen lassen, obwohl sich vielleicht wahre Schätze darunter verbergen. Ja, insbesondere bei bereits sehr gut laufenden Beiträgen ist einiges zu beachten …

      Lieben Gruß
      Karin

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