Was ist eine gute Newsletter Öffnungsrate?

By Karin Cvrtila

Februar 18, 2021


Die Frage „was ist eigentlich eine gute Newsletter Öffnungsrate“ erhalte ich fast in jedem Beratungsgespräch mit Kunden, sofern diese einen Newsletter schreiben.

Der Grund dahinter ist einfach: die meisten Kunden, die zu mir kommen, wollen mehr Kunden gewinnen. Das ist wenig überraschend, weil das wollen wir alle, oder?

Nun, es gibt zugegebenermaßen keine oder kaum Diskussionen, wenn es darum geht, dass die Kunden Social Media Marketing betreiben sollen. Auch wenn oft gejammert wird, aber Social Media machen alle recht gerne. Social Media Marketing ist etwas Kreatives, man erhält sehr schnell Feedback in Form von Likes, Herzchen und auch Kommentaren. Eine Art der Selbstbestätigung, die uns allen von Zeit zu Zeit ganz guttut.

Die Sache ist aber die: Social Media verkauft nicht direkt! Du wirst mit einem Post, wo du schreibst „hier, mein Angebot“ nicht verkaufen! Und das ist der Satz, den viele meiner Kunden so gar nicht gerne hören.

Ich will Social Media ganz und gar nicht verteufeln, ganz im Gegenteil, aber Social Media hat ein anderes Ziel als zu verkaufen. Nämlich: Bekanntheit, Reichweite, Sichtbarkeit aufzubauen. Und genau dafür brauchst du Social Media.

Was ist aber nun mit dem Punkt „Kunden gewinnen“?

Die Wahrheit ist: deine Liste, also dein Newsletter, verkauft! Und genau deswegen lege ich auch so hohen Wert auf eine gute Newsletter-Liste. Die muss keine 20.000 Personen umfassen, sondern darf und wird vor allem am Anfang kleiner sein. Es müssen jedoch die richtigen Leute, nämlich deine Zielgruppe, in der Newsletter Liste eingetragen sein.

Sobald nun ein Newsletter, möglichst regelmäßig geschrieben wird, taucht dann auch recht schnell eben die Frage auf  „was ist denn eine gute Öffnungsrate beim Newsletter?“.

Die einfache, aber zugegebenermaßen unbefriedigende Antwort ist: es kommt darauf an 😉

Warum du deine Newsletter Öffnungsrate im Auge behalten solltest

Ja, du willst mit deinem Newsletter Kunden gewinnen, darüber sind wir uns einig, hoffentlich. Das heißt jetzt aber nicht, dass du nur eine E-Mail schreiben sollst, wenn du etwas zu verkaufen hast!

Das sehe ich leider sehr oft! Man trägt sich in einen Newsletter ein und bekommt dann vom jeweiligen Anbieter nur Verkaufsmails. So funktioniert das nicht.

Als Dienstleister, im weitesten Sinn, verkaufst du kein physisches Produkt, d.h. du hast nichts zum Herzeigen. Du verkaufst im Grunde immer nur ein Versprechen! Und das ist ein großer Unterschied.

Deine Kunden, genauso wie meine, müssen erstmal Vertrauen fassen, um von dir etwas zu kaufen. Und genau deshalb sollst du regelmäßig Newsletter schreiben und eben nicht nur Verkaufsmails aussenden. Liefere deiner Liste Inhalte! Wertvolle Inhalte! Ja, Content ist gemeint. Und du kannst dir nun noch 1000 Mal draußen anhören „dieses Content-Marketing funktioniert nicht“, aber dann verrate mir bitte einen Weg, wie dich sonst deine potentiellen Kunden kennenlernen sollen?

Wenn du jedoch Content im Newsletter lieferst, dann willst du natürlich auch, dass dein Newsletter gelesen wird. Und das kannst du leicht eben anhand der Newsletter Öffnungsrate feststellen.

Eines gleich vorweg, du wirst nie erreichen, dass dein Newsletter jedes Mal von allen in deiner Liste gelesen wird. Beobachte dich mal selbst: liest du jeden Newsletter, den du erhältst? Eben!

Jedoch solltest du deine Newsletter Öffnungsrate im Blick behalten und dafür sorgen – und ja, das ist deine Aufgabe – dass dein Newsletter auch geöffnet und gelesen wird! Sonst können dich deine Newsletter-Abonnenten gar nicht kennenlernen, geschweige denn von dir auch etwas kaufen.

Deine Aufgabe? Sieh dir regelmäßig deine Öffnungsrate beim Newsletter an und vergleiche diese im Zeitablauf. Flippe aber bitte nicht aus, wenn deine Newsletter Öffnungsrate mal nicht so gut ist 😉 Es gibt Zeiten, bei den meisten im Dezember, wo der Newsletter meistens niedrigere Öffnungsraten aufweist. Der Grund dahinter ist einfach: deine Zielgruppe ist im Weihnachtsstress, erhält überproportional viele Newsletter und ist beruflich vielleicht selbst im Jahresendspurt und vollkommen eingespannt und gestresst.

Wie finde ich meine Newsletter Öffnungsrate heraus und ist die gut?

Du willst nun endlich wissen, wie hoch deine Öffnungsrate sein soll? Ok, also:

Allgemein sagt man, dass eine Öffnungsrate ab 30 Prozent gut ist. Diese 30 Prozent sind jedoch nicht in Stein gemeißelt, sondern hängen von verschiedenen Faktoren ab (siehe weiter unten).

Wir sprechen hier übrigens von Newsletter Öffnungsraten von EinzelunternehmerInnen und kleinen Unternehmen, meist aus dem Beratungs-/Trainer-/Coachingbereich und Dienstleistungen.

Nun gibt es meist zwei Arten, wie auf diese „allgemeine Wunschöffnungsrate“ reagiert wird:

Ein Teil ist zu Tode betrübt, weil eben die Öffnungsrate viel geringer ausfällt. Das ist aber kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken! Die Gründe dahinter könnten vielfältig sein und genau diese gilt es aufzuspüren, um eben etwas verändern zu können.

Der andere Teil ist häufig himmelhochjauchzend, weil eben die Öffnungsrate viel höher liegt. Und jetzt kommt das Paradoxon: diese Gruppe ist häufig diejenige, die mir mehr Sorgen bereitet als die „zu Tode betrübten“. Warum? Und ob ich jetzt nicht ganz bei Sinnen bin? Ganz und gar nicht.

Es ist aber so: sobald man denkt „alles super“, ist häufig keine Bereitschaft zur Änderung vorhanden. Und häufig sind die auf den ersten Blick hohen Öffnungsraten gar nicht so gut und vor allem nicht nachhaltig.

Beide Gruppen zeigen jedoch eine Reaktion, die sich häufig zeigt, wenn es eben um Kennzahlen im Online-Business geht: man vergleicht sich mit allgemeinen Zahlen und bewertet seine Ergebnisse nur anhand von äußeren Einflussfaktoren. Klüger wäre es die eigenen Zahlen auch mit den eigenen Zahlen, also sich selbst zu vergleichen.

Ja, wir wollen alle besser werden, aber gerade bei Vergleichen mahne ich zur Vorsicht, weil hier häufig falsche Vergleiche gezogen werden! z.B. ein Blick auf amerikanische Marketer wird jeden Unternehmer aus der DACH-Region vor Neid erblassen lassen. Da ist häufig von Zahlen die Rede, von denen wir tatsächlich nur träumen können. Nur: der englischsprachige Markt ist ein ganz anderer und vor allem ein viel größerer! Also hör bitte auf dich mit Zahlen aus einem Markt zu vergleichen, der nicht deiner ist – du tust dir damit nichts Gutes!

Deswegen schauen wir uns nun auch an, von welchen Faktoren die Newsletter Öffnungsrate letztlich abhängt:

Wovon hängt die Newsletter Öffnungsrate ab?

Es gibt eben einige Fakten zu beachten, die diese allgemeinen Zahlen zur Newsletter Öffnungsrate wieder etwas relativieren, nämlich:

1. Größe der Liste

Eine Frage an dich: Wie groß ist deine Liste? Was diese Frage mit deiner Newsletter Öffnungsrate zu tun hat?

Viel! Je größer nämlich deine Liste ist, desto kleiner ist die Öffnungsrate! Und umgekehrt gilt: je kleiner die Liste, desto höher die Öffnungsrate. Also nicht verrückt machen lassen, wenn die Öffnungsrate mit der Zeit sinkt, weil eben deine Liste (hoffentlich) wächst, das ist vollkommen normal! Gleichzeitig jedoch: bitte lehne dich auch nicht selbstzufrieden zurück, wenn am Anfang mit wenigen Abonnenten deine Öffnungsrate hoch ist. Immer realistisch betrachten und sich nicht selbst etwas vormachen.

Es ist nämlich so: zu Beginn sind viele Leute in deiner Liste, die dich bereits kennen – bis hin zu Freunden und Familie. Natürlich öffnen die deinen Newsletter und ja, auch dann, wenn sie gar nicht deine Zielgruppe sind – und unter uns gesagt: meistens sind deine Freunde und Familie eben nicht deine Zielgruppe.

Mit der Zeit, wenn mehr Abonnenten in deinen Newsletter kommen, sind auch immer mehr dabei, die dich (noch) nicht kennen bzw. du sie nicht. D.h. diese öffnen nicht automatisch jede Mail von dir, sind aber häufig dennoch genau deine Zielgruppe!

2. Branche

Wie so oft hängt eine bestimmte Zahl, sei es nun die Newsletter Öffnungsrate oder eine andere Marketing-Zahl, von der Branche ab, in der du tätig bist.

Bei Dienstleistern, Wissensarbeitern, wie uns, gilt eine Newsletter Öffnungsrate ab 30 Prozent als gut. Jedoch die großen Händler wie Zalando und Co würden ausflippen vor lauter Freude bei  Öffnungsraten von 30 Prozent und müssen sich mit viel geringeren Öffnungsraten zufriedengeben – dennoch zahlt sich auch bei den großen Händlern E-Mail Marketing aus.

Hinzu kommt, dass Zalando und Co über sehr große Newsletter Listen verfügen und auch deswegen die Öffnungsraten vom Newsletter niedriger sind.

Es kommt eben nicht nur auf die Größe der Liste an.

3. Die richtige Zielgruppe im Newsletter

Eine gute Öffnungsrate des Newsletters ist auch ein Hinweis, dass du die richtige Zielgruppe ansprichst. Also Leute, die an deinem Thema interessiert sind.

Der Grund hinter niedrigen Öffnungsraten liegt häufig daran, dass schlicht und einfach die falschen Leute im Newsletter sind. Etwa, weil sie durch ein „falsches“ Freebie in die Liste gekommen sind. z.B. hätte ich ein Freebie zum Thema „abnehmen und fit werden“, dann würde ich vermutlich recht viele Leute damit ansprechen können und für meinen Newsletter gewinnen, weil das Thema eben sehr viele Menschen anziegt. Diese Gruppe wäre aber ganz schön enttäuscht, wenn sie meinen Newsletter erhalten und dort Tipps zum Online-Business erhalten würden und eben nichts zum Thema Ernährung und Fitness.

Ich habe dieses Beispiel bewusst plakativ gewählt, aber du weißt hoffentlich auf was ich hinaus will: überlege dir bitte gut, wen du mit deinem Freebie/Leadmagneten ansprichst! Ist es wirklich deine Zielgruppe oder sprichst du auch noch andere Gruppen an, die jedoch mit deinem eigentlichen Thema nichts zu tun haben?

4. Regelmäßigkeit

Nun zu einem Thema, das Viele nicht gerne hören, aber: wenn du regelmäßig einen Newsletter versendest, dann wird deine Öffnungsrate auch besser werden! Regelmäßigkeit ist ein wenig das Zauberwort im Marketing, wenn du willst, dass deine Marketing-Bemühungen auch greifen.

Die Öffnungsrate deines Newsletters wird sich aus zwei Gründen erhöhen:

  1. ja, du wirst auch Newsletter-Leser verlieren, aber: das ist nicht immer nur schlecht! Diejenigen, die eben nicht deine Zielgruppe sind, haben auch keinen Nutzen aus den Inhalten deines Newsletters und werden auch niemals zu Kunden.
  2. wenn du im umgekehrten Fall monatelang nichts von dir hören lässt, dann wunder dich bitte nicht, dass niemand mehr deinen Newsletter öffnet. Viele können sich gar nicht mehr daran erinnern, dass es dich gibt! Also rufe dich in Erinnerung.
  3. Sorry, jetzt ist mir noch gerade ein 3. Grund eingefallen, warum du eben regelmäßig einen Newsletter versenden solltest: du zeigst damit auch Verlässlichkeit und diese ist wiederum Voraussetzung, um Vertrauen zu dir aufbauen zu können. Vertrauen wiederum ist die Grundvoraussetzung, damit jemand zum Kunden wird.

Und noch ein kleiner Tipp am Rande, wie bereits anfangs erwähnt: bitte schreib nicht nur Newsletter, wenn du etwas verkaufen willst! Ja, die Liste ist meistens ein zuverlässiger Vertriebspartner, aber eben auch nur, wenn du regelmäßig von dir hören lässt und deine Liste mit Content versorgst.

Was du tun kannst, damit dein Newsletter mehr gelesen wird

Du willst nun die Öffnungsrate deines Newsletters erhöhen? Bravo! Hier ein paar Tipps, wie dir das gelingen kann:

1. Liefer gute Inhalte!

Deine Abonnenten sollen sich richtiggehend auf deinen Newsletter freuen. Liefer ihnen Tipps, die sie weiterbringen, die sie zum Nachdenken bringen und die sie auch im besten Fall umsetzen.

2. Sei verlässlich, versende daher regelmäßig einen Newsletter.

Ja, das habe ich bereits oben erwähnt, aber man kann es nicht oft genug sagen. Und übrigens: einmal im Quartal einen Newsletter zu versenden ist nicht regelmäßig 😉

3. Das wichtigste: deine BETREFFZEILE!

Die sollte so richtig neugierig machen, ähnlich wie auch der Titel von einem Blogbeitrag.

Aber bitte übertreibe es nicht: der Inhalt deines Newsletters muss mit der Betreffzeile übereinstimmen! Du sollst nicht alles in der Betreffzeile verraten, aber andererseits solltest du nicht im Betreff schreiben „die 7 Geheimnisse zum Erfolg“ – ok, das wäre auch wirklich etwas reißerisch – und dann im Newsletter über deine Katze und was du zu Mittag gegessen hast schreiben. Ich übertreibe, ja. Nur häufig sehe ich, dass gerne mal ein sogenannter Clickbait-Titel verwendet wird und die Inhalte dann nicht halten, was sie versprechen.

Und ein wenig Empathie beim Newsletter schreiben schadet auch nicht. Ja, wir wollen alle von Leuten lernen, die vielleicht weiter sind als wir. Aber schreib bitte nicht an Laufanfänger, die du motivieren willst mit dem Laufen zu starten, wie super gerade dein 50. Marathon gelaufen ist, auch „wie ich 1 Mio geschafft habe“ an Personen, die gerade ins Online-Business starten, finde ich nicht empathisch – das mag auch eine Geschmacks- und Stilsache sein, keine Frage 😉 Aber: willst du deine Leser und/oder künftigen Kunden motivieren oder demotivieren? Geht es um dich oder um deine Leser? Eben!

Du siehst dir lieber ein Video an? Hier bitte:

 

Fazit

Und nun schau nach, wie hoch deine Öffnungsrate ist und mach dir doch ein paar Gedanken, warum deine Öffnungsrate so ist, wie sie eben ist und was du machen könntest, damit mehr (hoffentlich von deiner Zielgruppe) deinen Newsletter auch öffnen.

Herzlichst, deine

Karin

 

PS Übrigens du brauchst kein spezielles Tool, nur um deine Newsletter Öffnungsrate herauszufinden. Jeder Newsletter-Anbieter hat einen „Statistik-Teil“ eingebaut, wo du deine Zahlen zum Newsletter siehst. Du kannst nichts mit deinen Zahlen anfangen? Dann ist vielleicht der Analytics-Kurs etwas für dich.

Weitere Beiträge rund um das Thema Analytics findest du auf meiner Überblickseite zu Analytics für Einzelunternehmer und kleine Unternehmen.

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