Schritt 4: das passende online Geschäftsmodell

By Karin Cvrtila

September 20, 2018


In unserer Serie „in 4 Schritten meine Online-Geschäftsidee finden“ sind wir heute bereits beim letzten Schritt angelangt – so schnell geht es 😉

Ok, das war übertrieben. Um tatsächliche alle 4 Schritte durchzuarbeiten, benötigt man Zeit. Ergebnisse erhält man leider nicht von heute auf morgen. Das ist auch gut so, weil wir schließlich mit der einen Geschäftsidee, die im Endeffekt übrig bleibt, viel Zeit, sogar Jahre verbringen werden. Aus dieser Sicht ist es doch ok, wenn die Geschäftsfindungsphase länger dauert und wir uns intensiv mit dieser beschäftigen, oder? Mit „länger“ sind jedoch nicht Jahre gemeint.

Zusammengefasst die 4 Schritte, um eine online Geschäftsidee zu finden

Im ersten Schritt ging es darum, dass Sie möglichst viele Ideen sammeln. Die Betonung liegt hier tatsächlich auf der Menge an Ideen, noch weniger an der Qualität der Ideen. Das Ergebnis: Sie haben eine Vielzahl an Ideen vor sich liegen!

Im zweiten Schritt haben wir die Ideen aus Schritt eins näher unter die Lupe genommen und uns gefragt: welche Ideen rentabel sind, welche Sie tatsächlich umsetzen wollen, für welche Ideen Sie die Voraussetzungen erfüllen. Das Ergebnis: es sind nur mehr 3-4 Ideen übrig geblieben!

Der dritte Schritt war wohl zugegebenermaßen der aufwendigste bisher. Wir haben die 3-4 Ideen aus Schritt zwei näher analysiert, hinsichtlich Zielgruppe, Markt, Wettbewerb, Geschäftsmodell,  rechtlichen und finanziellen Voraussetzungen etc. Das Ergebnis: vermutlich sind nun nur mehr 1-2 Ideen übrig geblieben!

Und heute widmen wir uns nun Schritt 4. Wir haben uns zwar bereits im dritten Schritt kurz mit Geschäftsmodellen beschäftigt, aber heute sehen wir uns näher an wie Sie Ihre Geschäftsidee sinnvoll online umsetzen können und welche Möglichkeiten Sie haben. Das Ergebnis: Sie werden mehrere Geschäftsmodelle für Ihre Idee entwickeln!

Danach ist leider nicht Schluß und Ende, sondern Sie werden Ihre erarbeiteten Geschäftsmodelle einer weiteren Analyse unterziehen müssen. Was davon ist machbar, wie kann man die Geschäftsidee umsetzen und wie rentabel ist diese? Solche Fragen müssen im Anschluß beantwortet werden und lassen sich nur individuell klären.

Heute geht es darum eine grobe Orientierung zu Geschäftsmodellen zu erhalten – los geht es:

Was ist ein online Geschäftsmodell

Ein Geschäftsmodell ist im Grunde nichts anderes als die Beschreibung, wie ein Unternehmen Gewinn erwirtschaftet. Also wie produziere und verkaufe ich meine Waren und Dienstleistungen.

Dazu gibt es natürlich verschiedenste Wege. Wir beschäftigen uns heute jedoch mit online Geschäftsmodellen, d.h. wie Sie Ihr bestehendes Unternehmen oder Ihre erarbeitete Geschäftsidee online umsetzen.

Methoden dazu gibt es wie Sand am Meer. Und nein, man muss jetzt nicht alle Methoden anwenden, das würde auch keinen Sinn machen.

Zwei Methoden, danach lasse ich Sie mit der Theorie auch schon wieder in Ruhe, möchte ich Ihnen dennoch ans Herz legen, falls Sie tiefer in die Materie einsteigen möchten: die heute wohl bekannteste (oder auch neueste oder am meisten gehypte?) Methode ist Business Model Canvas – entwickelt von Alexander Oswalder, die andere Methode ist Smart Business Concepts – entwickelt von Brigitte und Ehrenfried Conta Gromberg.

Beide Modelle – und die Weiterentwicklung dieser – ähneln sich: sie eignen sich insbesondere für online Geschäftsmodelle und gehen beide vom Kundennutzen aus.

Das Ding mit dem Kundennutzen

Meine eindeutige Empfehlung ist zuerst vom Kundennutzen auszugehen. Sie stellen sich also immer zuerst die Frage „welchen Nutzen hat der Kunde von meiner Geschäftsidee“? Was kann der Kunde durch mein Produkt oder Dienstleistung besser, schneller, leichter, preisgünstiger etc. erreichen?

Diese Frage zu beantworten ist das Um und Auf, um anschließend Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen zu entwickeln und festzulegen. Die Frage ist so wichtig, weil sie alle folgenden Schritte und Maßnahmen um einiges leichter und auch konsistenter macht.

Auf den ersten Blick scheint diese Frage trivial zu sein, ist sie aber nicht. Die Frage die sich nämlich dahinter verbirgt ist, was Sie tatsächlich verkaufen! Charles Revlon, der Gründer der großen Kosmetikfirma, hat dazu einmal gesagt „wir verkaufen nicht Kosmetik, sondern Hoffnung“. Ich finde das bringt es sehr gut auf den Punkt.

Es wird nämlich sehr leicht mal gesagt „wir verkaufen Autos“, diese werden dann häufig in allen Ausführungen und technischen Details beschrieben, die die meisten Autokäufer so oder so nicht verstehen und sich auch gar nicht damit auseinander setzen wollen. Ich spreche aus Erfahrung 😉 Autohäuser verkaufen nicht in erster Linie Autos, sondern viel mehr Mobilität, Freiheit, Unabhängigkeit, mit E-Autos heute auch Nachhaltigkeit.

Häufig ist dem Kunden die Methode, also wie sein Problem gelöst wird, vollkommen egal. Klingt jetzt hart, ich weiß, weil die meisten Berater und Coaches auf Ihre Methode stolz sind. Zu recht! Aber: der Kunde will meist nicht wissen mit welcher Methode er sein Problem gelöst bekommt, sondern schlicht und einfach sein Problem lösen. Also kommunizieren Sie auch so und sagen Sie dem Kunden welchen Nutzen er von Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung hat, aber halten Sie sich zurück mit langwierigen Methodenbeschreibungen, dasselbe gilt für zu viele technische Details.

Daher gehen Sie mal in sich und überlegen Sie was Sie tatsächlich verkaufen und welches Problem des Kunden Sie mit Ihrer Geschäftsidee lösen. Sie werden sehen, dass meist viel mehr dahinter steckt, als auf den ersten Blick ersichtlich.

Wie finde ich mein online Geschäftsmodell

Die nächste Frage ist nach das WIE, d.h. wie Sie eben ein Problem Ihres Kunden lösen können und wollen. Wenn wir über digitale Geschäftsmodelle sprechen, dann geht es um Komponenten, die wir entweder neu oder anders als bisher zusammensetzen.

Dafür müssen Sie die gesamte Leistungserstellung auseinander nehmen und in einzelne Schritte unterteilen. Unabhängig davon, ob Sie bereits ein Unternehmen offline betreiben oder mit einer neuen Geschäftsidee starten. Dies beginnt übrigens bereits beim Marketing und der Kommunikation und endet bei der Auslieferung des Produkts oder der Dienstleistung an den Kunden.

Typische Schritte dabei sind:

  1. Bekanntheit Ihres Unternehmens/Interessenten gewinnen – wie werden potentielle Kunden auf Ihr Unternehmen aufmerksam?
  2. Interessenten in Kunden umzuwandeln – wie wandeln Sie Interessenten in Kunden um? Wie sieht Ihr Marketing und Verkaufsprozess aus?
  3. Die Erstellung der Leistung, wenn es Dienstleistungen sind oder die Herstellung bzw. Beschaffung von Produkten, wenn es physische Produkte sind – wie erfolgt Ihre Leistungen? Welche Schritte gibt es hier?
  4. Die Kaufabwicklung durch den Kunden – wie bezahlt der Kunde?
  5. Die Auslieferung an den Kunden – wie bekommt der Kunde seine Ware oder Dienstleistung?

Je nach Branche werden die Schritte weiter unterteilt. Stellen Sie sich Ihren Geschäftsprozess als eine Kette an einzelnen Schritten vor und gliedern Sie diese möglichst kleinteilig. Danach überlegen Sie wie Sie die einzelnen Schritte online bringen können. Z.B. indem Sie Zahlungsanbieter verwenden, um den Kauf abzuwickeln, Social Media nutzen, um Bekanntheit aufzubauen, E-Mail Marketing einsetzen, um mit Ihren Kunden und Interessenten in Kontakt zu bleiben.

Für alle diese Schritte gibt es übrigens meist bereits fix und fertige Tools! Greifen Sie bitte auf diese zurück und versuchen Sie erst gar nicht selbst z.B. ein Zahlungssystem zu entwickeln. Man muss nicht immer das Rad neu erfinden 😉

Und denken Sie bereits jetzt daran, wie Sie Kunden für Ihre Produkte und Dienstleistungen finden wollen. Man kann nicht früh genug an das Marketing denken!

Aber Vorsicht: wenn Sie gerade dabei sind eine neue Geschäftsidee zu entwickeln, dann skizzieren Sie bitte nur grob wie Ihre Tools ineinandergreifen und wie Ihr Geschäftsmodell aussehen könnte. Bitte befassen Sie sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht intensiv mit der Recherche, welche Tools es gibt und die jeweiligen Vor- und Nachteile von den einzelnen Komponenten. Versprechen Sie mir das? An diesem Punkt kann man nämlich Tage, Wochen, Monate, wenn nicht gar Jahre verschwenden. Wir wollen in einem ersten Schritt nur Ihr mögliches Geschäftsmodell skizzieren.

Sie nehmen also Ihre 1-2 Geschäftsideen, die nach dem Schritt drei übrig geblieben sind, und spielen damit, wie Sie die einzelnen Schritte von der Kundengewinnung bis zur Auslieferung der Produkts bewerkstelligen können. Und wenn Sie ein Geschäftsmodell gefunden haben, dann überlegen Sie sich ein weiteres dazu: wie könnten Sie Ihre Produkte und Dienstleistungen sonst noch erstellen und ausliefern? Können Sie ganz neue Produkte und Dienstleistungen erschaffen? Welche Angebote wären möglich bzw. denkbar?

Wenn Sie als Kind, so wie ich, gerne Lego gespielt haben, dann wird Ihnen diese Aufgabe auch Spaß machen 😉 So ähnlich kann man sich die Geschäftsmodell-Entwicklung nämlich vorstellen: ein Aneinanderreihen von verschiedenen Lego-Steinen, in unserem Fall Komponenten, die man immer wieder neu zusammenbauen kann.

Insbesondere, wenn Sie Dienstleister sind, so stehen vermutlich sehr viele mögliche Angebote zur Auswahl und vermutlich werden Sie nicht nur ein Angebot haben, sondern mehrere. Da geht es dann um die richtige Kombination verschiedener Leistungsangebote. Aber das ist wiederum eine andere Geschichte …

Fazit

Wenn Sie nach einem neuen Geschäftsmodell suchen, so muss der Startpunkt Ihrer Überlegungen immer die Frage nach dem Nutzen für Ihre Kunden sein. Sie wollen ja ein Problem Ihres Kunden lösen. Das ist die wichtigste und spannendste Frage. Möglichkeiten wie Sie das machen gibt es meist mehrere. Hier sind verschiedene Geschäftsmodelle zu entwickeln, um das bestmögliche für Ihre Kunden und natürlich auch für Sie zu finden.

Ich weiß, das ist ein langwieriger Prozess, der jedoch nicht umgangen werden kann. Spielen Sie mit Ideen herum und Sie werden staunen, welche Möglichkeiten sich aus Ihren Überlegungen ergeben können. Viel Erfolg!

Herzlichst, Ihre

Karin Cvrtila

PS Ich weiß, ich weiß, ich konnte in diesem Beitrag nur grob skizzieren wie ein neues digitales Geschäftsmodell entwickelt wird. Nicht umsonst gibt es dafür Tonnen an Büchern. Ich hoffe dennoch Ihnen eine kleine Hilfe bzw. Einstieg in das Thema aufgezeigt zu haben. Darüber hinaus ist das Thema Geschäftsmodell-Entwicklung immer sehr individuell anzupassen. Wenn Sie dabei Hilfe benötigen, dann bin ich für Sie da 🙂

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