10 Stolpersteine in der Business Jahresplanung

By Karin Cvrtila

November 29, 2018


Du hast eine Jahresplanung für kommendes Jahr? Klare Ziele? Weißt wann du was zu tun hast? Ehrlich?

Super! Du kannst dir übrigens sicher sein, dass der Großteil deiner MitbewerberInnen keinen Plan hat. Du bist ihnen also einen Schritt voraus.

Im Blogbeitrag „Ein Plan muss her“ ging es darum, wie man planen und wozu ein Plan überhaupt gut sein soll. Aber es stellt sich natürlich noch eine ganz andere Frage, nämlich: Hältst du dich auch an deinen Plan? Ich meine: setzt du diesen auch um?

Ein Plan ist immer nur so gut wie seine Umsetzung! Das gelingt manchmal, aber manchmal scheitern wir grandios in der Umsetzung unserer Pläne und das war es dann auch mit unserem Super-Plan. Ein Plan ohne Umsetzung bringt nämlich genau nichts. Das ist leider die bittere Wahrheit.

Aber warum scheitern eigentlich unsere Pläne und wie können wir dies verhindern?

1. Aus der Vergangenheit nichts gelernt

Ich bin mir ziemlich sicher, dass du auch in der Vergangenheit bereits einmal Pläne hattest. Manche waren vielleicht sehr gut ausgearbeitet, andere weniger, manche sind vollkommen gescheitert. Hast du dich ernsthaft mal damit auseinandergesetzt, warum deine Pläne nicht funktioniert haben?

Der Satz „wir lernen aus unseren Fehlern“ gilt fast immer, beim Planen umso mehr. Es geht um ehrliche Reflektion, warum wir bisher unsere Ziele eben nicht erreicht haben, obwohl wir einen Plan hatten.

Du willst dich lieber mit der Zukunft als der Vergangenheit beschäftigen? Das kann ich sehr gut nachvollziehen, aber wir werden letztlich nur durch den unverklärten Blick auf die Vergangenheit eine Lösung für unsere Probleme und Herausforderungen in der Zukunft erreichen.

Also: überlege mal, warum deine Jahresplanung bisher häufig nicht funktioniert hat. Und sei dabei ganz ehrlich zu dir selbst, du musst dies ja nicht gleich öffentlich machen 😉

2. Der Jahresplan wird erstellt und danach links liegen gelassen

Damit ein Plan funktioniert, darf er nicht statisch sein! Du erstellest nicht einen Plan, um halt einen Plan zu haben.

Ein Jahresplan ist vielmehr ein Arbeitsmittel, auf den wir regelmäßig schauen, die Ziele messen, den Plan anpassen und letztlich damit arbeiten sollten. Vielleicht druckst du dir deinen Plan für das nächste Jahr aus und hängst ihn gut sichtbar in der Nähe deines Arbeitsplatzes auf. Oder du hast deinen Plan immer digital dabei und kannst jederzeit nachsehen, ob du im Plan liegst, was du zu tun hast und was Sie verbessert werden kann.

Der beste Plan nutzt nichts, wenn du diesen danach ignorierst! Beschäftige dich daher immer wieder mit deinem Jahresplan.

3. Die Jahresplanung ist unrealistisch

Das Jahr hat 356 Tage, ein Monat 30/31 Tage, eine Woche 7 Tage und ein Tag 24 Stunden. Daran können wir nicht rütteln, auch wenn das jeder von uns wohl ab und zu gerne tun würde.

Daher achte bitte darauf, dass du deine Pläne hinsichtlich des Zeitraums realistisch einschätzst. Du wirst nicht im letzten Monat des Jahres den gesamtem Jahresumsatz erwirtschaften, das wäre ein Trugschluß. Und willst du dich selbst belügen? Ich denke nicht.

Dein Jahresplan kann aber auch hinsichtlich der Ziele vollkommen unrealistisch sein. Du wirst nicht über Nacht und auch nicht über ein Jahr hinweg von 0 Umsatz auf 1 Mio Umsatz kommen. Auch wenn dir vielleicht einige Marketer draussen etwas anderes erzählen wollen. Bleibe bitte realistisch bei der Festlegung deiner Ziele!

Ich weiß schon „think big“ ist das Schlagwort, das viele verwenden. Und vielleicht ist es auch ein wenig Typ-Sache, aber denke bitte daran, dass aus dem „think big“ sehr schnell ein „big disappointment“ werden kann.

4. Die Jahresplanung ist nicht detailliert genug

Ok, du hast also ein Ziel für nächstes Jahr, z.B. du willst nächstes Jahr mehr verdienen. Ein nachvollziebares Ziel würde man meinen, wer will das nicht?

Naja, ich frage mich nur: was ist mehr? Du musst deine Ziele also detaillierter beschreiben, z.B. ich will nächstes Jahr €100.000 verdienen oder ich will um 30 Prozent wachsen. Ja, du ratest richtig, deine Ziele sollten SMART sein (Specific, Measurable, Achievable, Reasonable, Time Bound). Erst wenn du dein Ziel für nächstes Jahr spezifiziert hast, kann es an die Planung gehen.

Ein Ziel allein ist nämlich noch kein Plan! € 100.000 kommen nicht einfach so aus dem Bankomaten 😉 Du wirst etwas dafür tun müssen. Und die entscheidende Frage ist: Was genau? Wie willst du dein Ziel erreichen? Mit welchen Angeboten? Welches Angebot soll wie viel zu deinem Wunschumsatz beitragen?

Du musst dein Ziel also in Maßnahmen runterbrechen, um überhaupt einen Plan erstellen zu können. Um zu wissen, was du tun musst, damit du dein Ziel auch erreichst. Die Frage nach dem Wie ist entscheidend bei der Planung!

5. Die Jahresplanung ist zu detailliert und daher nicht erfüllbar

Es gibt allerdings häufig auch den gegenteiligen Fall: es wird jeder Tag des nächsten Jahres genau verplant.

Ups, so ein Plan ist meist bereits in der 2. Jännerwoche zum Scheitern verurteilt. Es werden nämlich immer, ich meine wirklich immer, Aufgaben, Ereignisse, Anfragen, einfach das Leben dazwischen kommen. Sodass du deinen Jahresplan unmöglich halten kannst.

Ein richtig guter Plan, sollte zwar detailliert sein, aber ausreichend Flexibilität beinhalten. D.h. plane, aber übertreibe es bei deiner Jahresplanung nicht!

6. Zu viele Ziele verderben den Plan

Ich glaube wir kennen die Situation von vielen Jahreswechseln: zu Silvester nehmen wir uns oft viel vor und sind in dem Augenblick auch entsprechend motiviert, alle Vorsätze, die ja nichts anderes als Ziele sind, einzuhalten. Wir wollen also abnehmen, sportlicher werden, gesünder leben, zum Rauchen aufhören, mehr Zeit für Familie und Freunde einräumen, und und und. Das sind übrigens die meist genannten Vorsätze zu Neujahr, die in Umfragen angegeben werden. Jedes Jahr dasselbe Prozedere: viele gute Vorsätze, die spätestens im Februar wieder fallen gelassen werden.

Ähnlich ist es auch mit den geschäftlichen Zielen im neuen Jahr: Wir wollen mehr verdienen, mehr Kunden, zufriedenere Kunden, zufriedenere Mitarbeiter, Kosten sparen, produktiver arbeiten, eine schönere Webseite, mehr Reichweite in den Social Media Kanälen, endlich auch die letzten Social Media Kanäle bespielen, einen Podcast starten, mehr Videos drehen, mehr Newsletter-Abonnenten, und und und.

Finde den Fehler 😉 Ja, genau wir nehmen uns zu viele Ziele vor! Egal ob im privaten oder beruflichen Kontext. Die natürliche Folge daraus ist, dass wir eben keines unserer Ziele erreichen.

Die Empfehlung wäre daher: nimm dir ein Ziel vor, von mir aus drei und arbeite an diesem beständig. Viele der genannten beruflichen Ziele sind übrigens Maßnahmen und keine Ziele 😉

7. Die Ziele sind nicht aufeinander abgestimmt

Deine Ziele müssen zueinander passen! Zumindest aufeinander abgestimmt sein.

Wenn sich Ziele widersprechen, so können diese schlicht und einfach nicht erreicht werden.

Z.B. Wenn deine Ziele mehr Newsletter-Abonnenten und gleichzeitig weniger Blogbeiträge lauten, dann wird das nicht funktionieren. Wie willst du mehr Newsletter-Abonnenten gewinnen ohne Blogbeiträge zu schreiben? Ja klar, du kannst sagen „ich mache das alles mit Facebook-Ads“, ja mach das, aber Facebook-Ads oder andere Werbemaßnahmen können und werden nicht deine einzige Quelle für neue Abonnenten sein. Abgesehen davon, dass dies auf die Dauer ziemlich teuer werden könnte. Außerdem: warum soll sich jemand in deinen Newsletter eintragen, wenn er keinen Content erhält? Keine neuen Inputs, keine Ideen, keine Anleitungen, nichts.

Du siehst: ich lehne das Ziel „weniger Blogbeiträge schreiben“ kategorisch ab 😉

8. Der Jahresplan motiviert nicht

Wir haben bereits in Punkt 3 besprochen, dass deine Ziele und deine Jahresplanung realistisch sein sollten.

Aber: ja, es gibt immer ein aber 😉 Deine Ziele sollten dennoch motivierend sein, also nimm dir auch nicht zu wenig vor. Du erreichst vielleicht dein Ziel, hättest aber noch viel mehr erreichen können. Das wäre doch schade, oder?

Ein Plan wie du dann deine Ziele erreichst, kann unglaublich motivierend wirken. Einfach, weil du im Vorhinein bereits weisst, dass du dein Ziel erreichen wirst und genau weisst, wann du was zu tun hast. Dadurch wirst du auch bald Erfolge feiern und was ist motivierender als ein Zwischenziel zu erreichen?

9. Die Jahresplanung berücksichtigt keine äußeren Rahmenbedingungen

Und dann passiert häufig noch folgendes: Das Leben kommt dazwischen!

Stimmt schon, auf manche Ereignisse im Leben haben wir leider keinen Einfluß – die letzten Jahre haben uns hier einige vorgelegt. Wir wissen nicht, ob wir krank werden (übrigens: jetzt schon ein gesundes neues Jahr!) oder eine Trennung ins Haus steht oder uns Familie und Freunde vehement brauchen.

Es gibt aber auch Ereignisse, die wir bereits im Vorhinein kennen, wie z.B. wann du auf Urlaub fahren möchtest, wann Schulferien stattfinden, wann es eine Konferenz in deiner Branche gibt, wann andere Fixtermine feststehen.

Und diese letzte Gruppe an Ereignissen kann man bereits im Vorhinein bei der Jahresplanung berücksichtigen. Also trage zu allererst alle äußeren Rahmenbedingungen, die du bereits heute kennst, in deinen Kalender ein. Das erleichtert die Planung ungemein und dann kommen auch nicht mehr Aussagen wie „das wollte ich da eh machen, aber dann waren Herbstferien und wir sind verreist und daher konnte ich nichts tun“. Bitte nicht falsch verstehen: nimm dir auch Auszeiten, Urlaube, Ferien, aber plane diese ein.

Wie bereits weiter oben erwähnt, sollte dein Jahresplan eine gewisse Flexibilität aufweisen. Dann werden auch die ungewissen Ereignisse aus der ersten Gruppe leichter zu meistern sein.

10. Der Jahresplan wird nicht aktualisiert

Ein Jahresplan muss leben! Das meine ich jetzt ernst.

Es ist nämlich so: Ob uns das nun recht ist oder nicht, aber es kommen immer unvorhergesehene Aufgaben und auch Ereignisse auf uns zu. Das können die aufgezeigten äußeren Ereignisse sein, aber auch neue Kundenanfragen (du weißt schon „Kunde droht mit Auftrag“) und auch neue Ideen und Chancen. Chancen einfach so vorbeiziehen zu lassen ist, denke ich, keine Option.

Daher aktualisiere bitte deinen Jahresplan! Und zwar regelmäßig!

Deine Jahresplanung ist nicht in Stein gemeißelt. Du kannst nicht nur, sondern sollst in auch ändern und aktuell halten.

Es können neue Ziele hinzukommen, alte verworfen oder auch angepasst werden. Wie? Überprüfe regelmäßig deine Ziele und mache einen Soll-Ist Vergleich. Wenn du nicht auf Kurs bist, dann korrigiere deinen Plan (nicht das Ziel!). Frage dich „was kann ich machen, damit ich mein Ziel noch erreiche“. Eine Frage, die dich immer wieder weiterbringen wird, weil sie aktivierend wirkt und du daher ins Tun kommen wirst.

Fazit

Ein Plan ohne Umsetzung bringt dich nicht weiter. Häufig jedoch werden Ziele mit Planung gleich gesetzt. Keine Frage: Ziele sind der Ausgangspunkt jedes Plans, aber erst die Planung macht die Ziele auch realisierbar. Wie sieht deine Jahresplanung aus und hast du eine?

 

Herzlichst, deine

Karin Cvrtila

PS Ich habe übrigens mal von einem sehr schlauen Menschen den Rat erhalten „wenn Steine im Weg stehen, dann einfach drüberhupfen“ – ich denke das gilt auch für die Planung 😉

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